In der vergangenen Woche hatte der Payment-Dienst PayPal massive Schwierigkeiten – und mit ihm auch die E-Commerce-Branche. Weil Sicherheitssysteme ausgefallen waren, sperrten deutsche Banken viele Lastschriftzahlungen im Online-Handel. Die Frustration aufseiten der Kunden und Händler dürfte gleichermaßen hoch gewesen sein, wobei einbehaltene Gelder überdies auch Sorgen bei der Händlerschaft auslösten.
Die Probleme scheinen mittlerweile behoben. PayPal hatte noch am Freitag mitgeteilt, dass man nun im engen Austausch mit den Banken stehe, um potenzielle Unstimmigkeiten auf Kundenkonten zu lösen. In Richtung der Händlerinnen und Händler ließ der Dienst verlauten, dass man alle rechtmäßigen Transaktionen vollständig erstatten werde, berichtete die dpa.
BSI warnt vor möglichen Sicherheitsrisiken bei Dienstleistern
Es dürfte kein Zufall sein, dass sich Branchenexpertinnen und -experten gerade jetzt an die Öffentlichkeit wenden, um auf potenzielle Ausfallrisiken bei digitalen Produkten hinzuweisen.
Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sollten diese Risiken jedenfalls bei der Wahl entsprechender Dienste und Produkte berücksichtigt werden, heißt es bei der dpa an anderer Stelle weiter. Neben der Möglichkeit von Ausfällen sollte weiterhin auch die Datensicherheit bzw. der Umgang mit sensiblen Daten durch entsprechende Unternehmen berücksichtigt werden.
„Das BSI empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich bei der Entscheidung für ein Produkt oder eine Dienstleistung grundsätzlich nicht nur die Frage zu stellen, ob die Grundfunktionalität hilfreich ist, sondern darauf zu achten, welche Informationen der Anbieter mit Blick auf Sicherheitsvorfälle bereitstellt, etwa entsprechende Maßnahmen und Kontaktmöglichkeiten“, wird eine Unternehmenssprecherin zitiert. Konkret genannt habe das Bundesamt den Namen PayPal zwar nicht, aber der Zeitpunkt spricht Bände.
Auch an anderer Stelle werden derzeit wieder vermehrt Warnungen ausgesprochen: Kundinnen und Kunden von PayPal werden vor Kriminellen gewarnt, die das Chaos für sich nutzen wollen. Betrugsmaschen rund um PayPal sind zwar grundsätzlich keine Seltenheit, doch gerade in einer Zeit, in der Menschen durch Ausfälle sowieso schon verunsichert sind, könnten entsprechende Maschen mehr Opfer fordern. Konkret sollen sich Kriminelle im Zuge von Anrufen als Mitarbeitende der Sparkassen ausgeben und vermeintlich dringende Zahlungen prüfen müssen. Sparkassen selbst raten zur Vorsicht.
Umbruch oder vorübergehender Unmut?
Auch von einigen Unternehmen war zu hören, dass die Nutzung von PayPal künftig zumindest überdacht werden müsse, wenn die Sicherheit von Transaktionen auf dem Spiel steht. Als namhaftes Beispiel einer zumindest vorübergehenden Abkehr gilt Otto: Der Traditionsversender hatte verlauten lassen, PayPal-Zahlungen vorerst zu stoppen. Darüber hinaus waren aus der Branche zuletzt Diskussionen um mögliche PayPal-Alternativen zu hören.
Wie umfangreich eine Abkehr von PayPal tatsächlich aussehen wird, zeigt sich dann wohl erst im Laufe der Zeit.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Kommentar schreiben
Antworten
Ihre Antwort schreiben
Antworten
Ihre Antwort schreiben
Antworten
Ihre Antwort schreiben
Antworten
Ihre Antwort schreiben
Antworten
Ihre Antwort schreiben