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Ausfälle, Beschwerden, Betrug – kommt jetzt die große PayPal-Abkehr?

Veröffentlicht: 02.09.2025
imgAktualisierung: 02.09.2025
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
02.09.2025
img 02.09.2025
ca. 2 Min.
Logo des Zahlungsdienstes PayPal auf einem Smartphone
David1992 / Depositphotos.com
So schnell scheint sich der Zahlungsdienst PayPal nicht von den massiven Ausfällen zu erholen.


In der vergangenen Woche hatte der Payment-Dienst PayPal massive Schwierigkeiten – und mit ihm auch die E-Commerce-Branche. Weil Sicherheitssysteme ausgefallen waren, sperrten deutsche Banken viele Lastschriftzahlungen im Online-Handel. Die Frustration aufseiten der Kunden und Händler dürfte gleichermaßen hoch gewesen sein, wobei einbehaltene Gelder überdies auch Sorgen bei der Händlerschaft auslösten.

Die Probleme scheinen mittlerweile behoben. PayPal hatte noch am Freitag mitgeteilt, dass man nun im engen Austausch mit den Banken stehe, um potenzielle Unstimmigkeiten auf Kundenkonten zu lösen. In Richtung der Händlerinnen und Händler ließ der Dienst verlauten, dass man alle rechtmäßigen Transaktionen vollständig erstatten werde, berichtete die dpa.

BSI warnt vor möglichen Sicherheitsrisiken bei Dienstleistern

Es dürfte kein Zufall sein, dass sich Branchenexpertinnen und -experten gerade jetzt an die Öffentlichkeit wenden, um auf potenzielle Ausfallrisiken bei digitalen Produkten hinzuweisen.

Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sollten diese Risiken jedenfalls bei der Wahl entsprechender Dienste und Produkte berücksichtigt werden, heißt es bei der dpa an anderer Stelle weiter. Neben der Möglichkeit von Ausfällen sollte weiterhin auch die Datensicherheit bzw. der Umgang mit sensiblen Daten durch entsprechende Unternehmen berücksichtigt werden.

„Das BSI empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich bei der Entscheidung für ein Produkt oder eine Dienstleistung grundsätzlich nicht nur die Frage zu stellen, ob die Grundfunktionalität hilfreich ist, sondern darauf zu achten, welche Informationen der Anbieter mit Blick auf Sicherheitsvorfälle bereitstellt, etwa entsprechende Maßnahmen und Kontaktmöglichkeiten“, wird eine Unternehmenssprecherin zitiert. Konkret genannt habe das Bundesamt den Namen PayPal zwar nicht, aber der Zeitpunkt spricht Bände.

Auch an anderer Stelle werden derzeit wieder vermehrt Warnungen ausgesprochen: Kundinnen und Kunden von PayPal werden vor Kriminellen gewarnt, die das Chaos für sich nutzen wollen. Betrugsmaschen rund um PayPal sind zwar grundsätzlich keine Seltenheit, doch gerade in einer Zeit, in der Menschen durch Ausfälle sowieso schon verunsichert sind, könnten entsprechende Maschen mehr Opfer fordern. Konkret sollen sich Kriminelle im Zuge von Anrufen als Mitarbeitende der Sparkassen ausgeben und vermeintlich dringende Zahlungen prüfen müssen. Sparkassen selbst raten zur Vorsicht.

Umbruch oder vorübergehender Unmut?

Auch von einigen Unternehmen war zu hören, dass die Nutzung von PayPal künftig zumindest überdacht werden müsse, wenn die Sicherheit von Transaktionen auf dem Spiel steht. Als namhaftes Beispiel einer zumindest vorübergehenden Abkehr gilt Otto: Der Traditionsversender hatte verlauten lassen, PayPal-Zahlungen vorerst zu stoppen. Darüber hinaus waren aus der Branche zuletzt Diskussionen um mögliche PayPal-Alternativen zu hören.

Wie umfangreich eine Abkehr von PayPal tatsächlich aussehen wird, zeigt sich dann wohl erst im Laufe der Zeit.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 02.09.2025
img Letzte Aktualisierung: 02.09.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
6 Kommentare
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KI
03.09.2025

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Meinung: haben uns schon vor 20 Jahren geärgert das es nur Paypal gab und keine echte deutsche oder europäische Alternative! Die ganzen Gebühren gehen in die USA und alle überbezahlten Bank "Manager" schauen zu und schlafen weiter ..... auf fetten Cum ex und cum cum Kissen! Es ist schon lange zu spät. In den Köpfen der Verbraucher ist Paypal tief verwurzelt - leider - genau wie Amazon. Alle fetten Gewinne in die USA! In der EU hat niemand mehr eine Ahnung wie die einzelnen Haushalte finanziert werden sollen! Traurig aber wahr! Politiker in der EU und Deutschland sind auch kein Fachpersonal und lassen die Arbeit lieber von Lobbyisten und "Beratungsfirmen" erledigen. Die Ergebnisse sind ganz deutlich sichtbar!
thomas
02.09.2025

Antworten

Eine Frage ist ja auch, welche Zahlunsoptionen nutzen unsere Kunden. Über mehrere Jahre hatte ich zusätzlich auch eine Alternativlösung deutscher Banken in unserem Shop zur Auswahl. Fazit: in 3 Jahre - 1 Zahlung, die anderen Kunden (deutlich mehr als einer ;-) ) zahlten mit PayPal.
dirk
02.09.2025

Antworten

Zwar habe ich bis jetzt noch keine Auswirkungen des aktuellen Problems bei Paypal gespürt, jedoch fällt schon seit geraumer Zeit auf, dass in vielen Bereichen bei Paypal anscheinend eher schlampig gearbeitet wird, vor allem in der Programmierung: - In einigen Dialogfenstern fehlen seit Jahren die Werte für einige Sprach-Variablen, stattdessen wird der HTML-Code des Platzhalters angezeigt. - Das Einloggen mit Google-Captcha war lange Zeit eine absolute Nerverei, bisweilen brauchte es 5-7 Versuche, bis der Login akzeptiert wurde - bei JEDEM Login. Mittlerweile funktioniert das, weil in den Cookies offenbar eine Rechner-ID gespeichert wird. - Dagegen werden immer wieder bei Frontend-Updates ältere Funktionen überschrieben - anscheinend ungewollt. So werden seit einiger Zeit die automatischen Abzüge im Rahmen des Paypal-Businesskredites nur noch sporadisch in den Transkationen angezeigt - mal steht es drin, mal nicht - obwohl bei jeder Zahlung auch der Anteil für den Kredit abgezogen wird. - Bei der Erzeugung von Ausdrucken werden (nun wieder) bei jedem Ausdruck automatisch 2 Seiten erzeugt - auch wenn es sich nur um eine Viertel-Seite Text handelt. Das hatte man schon mal korrigiert. Mit dem letzten Update wurde diese Korrektur anscheinend wieder zurückgesetzt. Das sind zwar alles Kleinigkeiten - die jetzt nicht grundsätzlich die Funktionalität gefährden. Aber das sind ja nur Dinge, die man als Nutzer und Geschäftskunde sieht - und das allein ist ja schon peinlich genug für einen Weltkonzern wie Paypal! Solche offensichtlichen Schlampereien beim Programmieren werfen allerdings die berechtigte Frage auf - was ist mit den Fehlern, die man nicht sieht? Es ist anzunehmen, dass auch in anderen Bereichen - auch sicherheitsrelevanten - sich zuletzt eine gewisse Nachlässigkeit breit gemacht hat. Schnellschüsse, Updates, Neu-Programmierungen, die offensichtlich nicht auf 100%ige Korrektheit geprüft werden, sondern vorschnell veröffentlicht werden. Und da jede Prögrammänderung Auswirkungen auf Millionen (Milliarden?) Transaktionen täglich hat, sind diese auch nicht so ohne Weiteres immer sofort zurückzudrehen. Dazu kommen offenbar Hierarchie- und Kommunikations-Probleme zwischen der US-Zentrale und nationalen Dependancen wie Deutschland. Siehe auch aktuelle Situation. QED. Aber aktuell gibt es leider keine wirkliche Alternative, die ebenso beim Kunden akzeptiert ist.
Andreas
02.09.2025

Antworten

Die Frage stellt sich - was ist denn eine echte, brauchbare Alternative zu PayPal? Ich habe noch keine gefunden.
cf
03.09.2025
Der Zeitpunkt passt doch gut - die EU will doch gerade eine Alternative bereitstellen... SO EIN ZUFALL
Patrick Braun
02.09.2025

Antworten

Wir sind zwar von den PayPal-Problemen nur bedingt betroffen und haben aktuell keine echten Ausfälle an Zahlungen zu beklagen, aber die Frage nach Alternativen ist schon interessant. Die Frage ist wer eine solche Abdeckung bzw. das gleiche Spektrum an Dienstleistungen zur Verfügung stellen kann?!