Die Coronakrise führt auch weiterhin zu einer deutlich verzögerten Zahlung von Rechnungen. Unternehmen hätten zwischen Januar und März etwa 10,1 Tage benötigt, um ihrer Zahlungspflicht nachzukommen, teilt der Bonitätsauskunfts- und Inkassodienstleisters Creditreform mit. Dieser Wert habe sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar leicht verbessert: Im ersten Quartal 2020 waren Firmen noch 11,1 Tage im Zahlungsverzug – und das, obwohl die Coronakrise zu diesem Zeitpunkt noch weit weniger Auswirkungen auf hiesige Unternehmen hatte. In der Konsumgüter- und Einzelhandelsbranche lag der Verzug mit jeweils etwas über sieben Tagen etwas unter diesem Gesamtwert.
Für Patrik Ludwig Hantzsch, Leiter Wirtschaftsforschung bei Creditreform, handele es sich bei der „vermeintlich verbesserten Zahlungsmoral“, ähnlich wie beim rückläufigen Insolvenzgeschehen, erstmal um ein „paradoxes Phänomen“. „Zur Stabilisierung haben vor allem die massiven staatlichen Hilfsmaßnahmen beigetragen, durch die große Mengen Liquidität an die Unternehmen ausgereicht wurden“, so Hantzsch. Viele Unternehmen hätten darüber hinaus inzwischen Risiko- und Forderungsmanagement an die dauerhafte Ausnahmesituation angepasst.
Die Entwicklung sei aber insgesamt problematisch: Laufen die Coronahilfen aus, werde sich das Zahlungsverhalten voraussichtlich in jenen Bereichen verschlechtern, die vom Umsatz stark abhängig sein.
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