Wie steht es um den Datenschutz, der von der aktuellen EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 gewährleistet wird? Eine Verbraucherschützer-Studie zeigt sich eher unzufrieden damit und fordert eine Überarbeitung der Richtlinie. Denn eine effektive Kontrolle der mit der PSD2 ermöglichten Datenströme sei nicht vorgesehen, so die Kritik laut Heise Online.
Grund dafür ist die einheitliche Schnittstelle, die Banken bereithalten müssen, um zertifizierten und bei der Bafin registrierten Drittanbietern den Zugriff auf Kontodaten für unterschiedliche Anwendungen zu ermöglichen. Das werfe die Frage auf, auf wie viele Daten der Bankkunden ein Zahlungsdienst zugreifen müsse und wofür genau sie genutzt würden. Wie das Gutachten des Conpolicy Instituts für Verbraucherpolitik erklärt, dürften viele Verbraucher „einer Kontrollillusion“ erliegen.
Im Vorfeld des Gutachtens für den Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte es Beschwerden über den Dienst Sofortüberweisung gegeben, berichtet Heise weiter. Der Vorwurf: Sofort habe nicht nur zur Bonitätsprüfung Einsicht in das Kundenkonto genommen, sondern teils weiter Zugriff auf das betreffende Konto gehabt. So sei es möglich, einen ökonomischen Fußabdruck des jeweiligen Bankkunden zu erstellen.
Die Verbraucherschützer äußerten auch Kritik an der neuen C24-Bank, die von Check24 gegründet wurde. Ihr Geschäftsmodell basiere auf einer weitgehenden Datenanalyse der Kunden – das werde zwar auch kommuniziert, aber vielen Verbrauchern dürfte nicht bewusst sein, dass die an Check24 weitergereichten Daten zahlreiche Rückschlüsse zulassen.
Die EU-Kommission und der Ministerrat erwägen bereits eine Überarbeitung der PSD2. Allerdings stehe hier eine weitere Öffnung des Sektors, das sogenannte „Open Banking“, im Fokus. Denn ein offenes Finanzwesen könnte Innovationen weiter fördern, so die Ansicht der Politik. Trotzdem sollen gleichzeitig einheitliche Wettbewerbsbedingungen und ein angemessener Verbraucherschutz garantiert werden.
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