Nach heftiger Kritik von Datenschützern am Projekt CheckNow hat die Schufa, Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei, nun reagiert und wird das Konzept in dieser Form einstellen. Eigentlich wollte das Unternehmen mit CheckNow Menschen mit mangelnder Bonität eine Art zweite Chance geben, dennoch Verträge abschließen zu können. Dafür war das Einverständnis der Kunden nötig, dass die Schufa-Tochterfirma Finapi Einblicke in das Online-Konto erhält, um so die Zahlungsfähigkeit zu bewerten. Hätte sich hier eine Verbesserung gezeigt, als die bisher gespeicherten Daten, so hätten Kunden beispielsweise dennoch einen Handyvertrag abschließen können.
Nach Recherchen vom NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung gelang allerdings an die Öffentlichkeit, dass sich die Schufa mithilfe eines kleinen Häckchen auch Zugriff auf sensible Kontoauszüge sicherte, um diese für andere Zwecke auszuwerten, wie die Tagesschau berichtet. Dabei hätte der Kunde auch Risikofaktoren wie Zahlungen an Glücksspielunternehmen oder Inkassofirmen offengelegt, die sich möglicherweise zum Nachteil für ihn entwickelt hätten. Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hatte kritisiert, Nutzer würden sich mit dem Einverständnis für eine solche Auswertung „vollkommen nackig“ machen. Die entstandenen Persönlichkeitsprofile könnten Verbrauchern auf Dauer schaden.
Nun stellt die Schufa CheckNow in dieser Form also ein, man plane künftig „Endverbrauchern das Ergebnis der Kontoanalyse vorab mitzuteilen, sodass sie selbst entscheiden können, ob sie es an den (potentiellen) Vertragspartner übermitteln wollen oder nicht“, wie eine Sprecherin gegenüber der Tagesschau erklärt. Die Weitergabe solle dann also nur noch möglich sein, wenn sie die eigene Bewertung verbessert und der Verbraucher dieser noch einmal explizit zustimmt.
Kommentar schreiben