Online-Trend wird sich nicht umkehren
Was erwarten Sie für 2021? Welchen Einfluss hat die Pandemie auf die Branche, aber auch auf das Bezahlverhalten der Kunden?
Klar ist, dass Konsumentinnen und Konsumenten mehr online einkaufen, und dieser Trend wird sich auch nach der Pandemie nicht wieder völlig umkehren. Immer mehr Einzelhändler werden auf online als Absatzkanal setzen, egal wie offline ihr Geschäft bisher geprägt gewesen sein mag. Partner wie Stripe können bei dieser Umstellung helfen.
Gleichzeitig berichten Händler in Deutschland von einer Zunahme der Betrugsversuche in den letzten zwölf Monaten. Das ist sicher ein Trend, der sich fortsetzen wird - wo mehr Geld fließt, nehmen auch die Betrugsversuche zu. Mit unserem Produkt Stripe Radar können wir auf der Grundlage maschinellen Lernens den Risikowert von Transaktionen unmittelbar bestimmen. Ganz unterschiedliche Informationen wie die IP-Adresse, die Verweildauer auf der Webseite oder die Bildschirmgröße werden dabei mitberücksichtigt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieses Produkt im Jahr 2021 noch gefragter wird.
Ist das New Normal nicht nur ein vorübergehender Zustand? Was wird die Krise, die ja seit Monaten ein Dauerzustand ist, langfristig ändern?
Genau weiß es natürlich zu diesem Zeitpunkt niemand, aber generell glaube ich, dass sich vieles nicht mehr zurückentwickeln wird. Besonders gespannt bin ich auf die Veränderung im stationären Handel. Die Akzeptanz von Karten hat sich in den vergangenen zwölf Monaten stark erhöht; es wird spannend zu sehen, ob die deutschen Käuferinnen und Käufer wieder zu dem hierzulande klassischerweise hohen Anteil an Barzahlungen zurückkehren, wenn die Pandemie besiegt ist.
Online wird ein starker Absatzkanal bleiben, denn viele werden sich an den neuen Komfort gewöhnt haben. Gleichzeitig bringt der verstärkte Online-Handel auch ganz neue Herausforderungen mit sich, zum Beispiel die Möglichkeit, mit einem kleinen Teil ihres generierten Umsatzes Projekte zur Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu unterstützen. Gerade haben wir Climate weltweit gelauncht, es ist nun also auch für deutsche Händler verfügbar.
OHN: Vielen Dank für das Gespräch!
Über Marcos Raiser do Ó, Head of DACH and CEE, Stripe:
Marcos Raiser do Ó leitet die Geschäfte von Stripe in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in der Region Zentral- und Osteuropa. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main folgten Anstellungen bei Sun Microsystems, IBM und Salesforce. Hiernach verantwortete er bei Microsoft das gesamte Geschäft mit Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistern in Deutschland. Nach einer weiteren Station bei IPsoft wechselte Marcos Raiser do Ó im Februar 2020 zu Stripe.
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