Das Traditionshaus Otto treibt die Weiterentwicklung seiner Plattform und die Wandlung hin zu einem waschechten Online-Marktplatz voran. Wie der Otto-Vorstand Marc Opelt in einem Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt, laufe der entsprechende Ausbau „unter Volldampf“ – selbst in der Corona-Zeit. Jeden Tag kämen neue Händler hinzu, sodass man bis zum Ende des Jahres die Marke von 1.000 Drittanbietern weit überschreiten wolle.
Im Zuge des Marktplatz-Umbaus geht das Unternehmen nun offenbar auch ganz neue Wege: Es plant, eine Tochtergesellschaft aus der Taufe zu heben, mit der alle Zahlungsfunktionen selbst abgewickelt werden sollen: „Der Aufbau eines eigenen Payment-Dienstleisters ist für uns der nächste große und logische Schritt auf dem Weg unserer Transformation von einem Onlinehändler zu einem Plattformbetreiber“, wird Opelt zitiert.
Ziel sei es dabei, die Payment-Funktionen und Zahlungsflüsse derart einfach zu gestalten, dass ein reibungsloses Zahlungserlebnis möglich sei, und zwar sowohl für die Verbraucher als auch für die Händler selbst. Da auf Otto.de die Zahlungen bislang über verschiedene Dienste abgewickelt würden, würden den Kunden aktuell unterschiedliche Services angeboten – immer abhängig davon, ob sie nun ein Produkt direkt bei Otto oder aber über einen Dritthändler kaufen. Es geht also auch darum, das Zahlungserlebnis grundsätzlich zu vereinheitlichen und Otto nach eigenen Aussagen „die volle Hoheit“ darüber zu geben, „welche Services angeboten werden und wie sie gestaltet sind“.
Bevor Otto den Schritt zu einem eigenen Zahlungsdienst allerdings tun kann, muss das Unternehmen die notwendigen bürokratischen Schritte hinter sich bringen und beispielsweise eine Lizenz der Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) erhalten. Daher sei ein Start des Dienstes wahrscheinlich nicht vor dem Frühjahr 2022 zu erwarten.
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