Die Skandale um den insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard reißen nicht ab: Nun hat die Staatsanwaltschaft München den ehemaligen Vorstandschef Markus Braun erneut festgenommen. Es sei ein neuer, erweiterter Haftbefehl gegen den Ex-Chef erlassen worden, erklärte eine Sprecherin dem Spiegel zufolge. Neben Braun seien noch zwei weitere ehemalige Vorstände festgenommen worden – unter anderem auch der bis 2017 berufene Finanzvorstand von Wirecard.
Die drei ehemaligen Manager seien festgenommen worden, weil die Tatvorwürfe „ganz erheblich“ erweitert worden seien. Die drei Vorstände sollen seit 2015 die Bilanzsumme und das Umsatzvolumen von Wirecard durch vorgetäuschte Einnahmen aufgebläht haben. Die umfassende Aussage eines Kronzeugen habe darauf schließen lassen. Durch die geschönigte Bilanz hätten die Vorstände tatsächliche Verluste verschleiern wollen.
Durch die aufgeblähte Bilanz habe das Unternehmen sich attraktiver machen wollen, „um so regelmäßig Kredite von Banken und sonstigen Investoren zu erlangen und daraus fortwährend eigene Einkünfte zu generieren“, so die Staatsanwaltschaft laut Heise Online weiter. Wirecard habe mit den geschönten Zahlen Banken in Deutschland und Japan sowie weitere Investoren täuschen können – und so Kredite in Höhe von 3,2 Milliarden Euro erhalten. Dieses Geld sei aufgrund der Insolvenz des Unternehmens „höchstwahrscheinlich verloren“.
Der ehemalige Chef der Wirecard-Tochter Cardsystems Middle East befindet sich ebenfalls noch in Untersuchungshaft. Von Jan Marsalek, dem ehemaligen Wirecard-COO und einer zentralen Figur im Bilanzskandal, fehlt weiterhin jede Spur. Er soll sich Medienberichten zufolge in Russland oder Weißrussland aufhalten.
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