Die Wirtschaftsprüfer von EY, die jahrelang die Bilanzen des inzwischen insolventen Zahlungsdienstleisters testiert haben, haben in einem sechsseitigen Schreiben an den Wirecard-Vorstand einen sogenannten Versagungsvermerk für den Jahresabschluss 2019 ausgesprochen. Demnach ist die vorgelegte Bilanz unvollständig und nichtig. In dem Schreiben, dass der Süddeutschen Zeitung, dem NDR und dem WDR vorliegen soll, stellen die Prüfer zudem „das gesamte Drittpartner-Geschäft in Asien in Frage“.
Doch für Wirecard kommt es noch schlimmer, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. „Offenbar waren nicht nur die Zahlen für 2019 falsch, sondern bereits für die Bilanz von 2018“, berichtet die Zeitung.
Der frühere Treuhänder, der Wirecards Treuhandkonten bis Ende 2019 verwaltete, hatte angeblich zuvor Guthaben von rund 980 Millionen Euro bestätigt. Auf Nachfrage der EY-Prüfer erklärte der Treuhänder allerdings, dass er solche Guthaben nicht halte. Zudem habe man zuletzt im März 2017 treuhänderisch für eine Wirecard-Firma gearbeitet.
Diese Aussage wiegt schwer. Denn damit würde nicht nur für das Geschäftsjahr 2019 Guthaben fehlen und mögliche Unterlagenfälschung vorliegen, sondern bereits für das Geschäftsjahr 2018. „Damit besteht der begründete Verdacht, dass auch die uns vorliegenden Saldenbestätigungen des Treuhänders sowie die uns erteilten Auskünfte zu den Kontoständen zum 31. Dezember 2018 falsch waren“, so die Prüfer. Konkret bedeutet das: Es besteht Verdacht, dass die gesamte Bilanz für 2018 falsch sein könnte.
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