Die ING Deutschland, die HypoVereinsbank, die Targobank und noch einige andere private Banken haben ihren Rückzug von Paydirekt angekündigt. Zum 31. Dezember dieses Jahres wollen die Poolbanken ihre gut elf Prozent am Bezahldienst abstoßen. Offiziell sei die Unternehmensstruktur schuld. Finanz-Szene spekuliert aber, und das erscheint wahrscheinlicher, dass die Privatbanken sich nicht an der nächsten Funding-Runde für Paydirekt beteiligen wollen. Die vornehmlich ausländischen Mutter-Banken der deutschen Ableger haben schlicht kein Interesse mehr daran, Millionen in ein Projekt zu investieren, das in diesem Leben nicht mehr den gewünschten Erfolg bringen wird.
Wenn es um Paydirekt geht, stellt sich mittlerweile regelmäßig ein Déjà-vu ein. Im November 2018 war von gerade einmal 40.000 Transaktionen pro Monat die Rede. Noch im September machte die Nachricht von der nächsten Finanzspritze die Runde, die bis Ende des Jahres stehen sollte. Jetzt steht gar nichts, jetzt geht den ersten Beteiligten die Geduld aus. Spekuliert wird nun, dass Deutsche Bank und Commerzbank als verbliebene private Partner die Anteile übernehmen, aber auch, dass die Gespräche eher stockend verlaufen.
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