Individuelle Lösungen im Einzelfall
Die Gestaltung der Zwischenschritte von erster Mahnung bis zum gerichtlichen Mahnbescheid kann von den Gläubigern trotzdem relativ frei erfolgen, wobei vor allem der Umgang mit den Schuldnern genau überlegt und abgesprochen werden sollte. Um zu vermeiden, dass aus einer Zahlungsstörung auch eine Störung der Kundenbeziehungen wird, setzen die meisten Inkassodienstleister auf einen sensiblen Umgang mit den Schuldnern. Im Rahmen ihres Handlungsspielraumes versuchen sie auch individuelle, auf die Situation des Schuldners abgestimmte Lösungswege zu finden. Für individuelles Forderungsmanagement sind im Vorfeld genaue Absprachen mit dem Auftraggeber notwendig. Je mehr der Inkassodienstleiser über den Schuldner erfährt, desto besser kann er das Forderungsmanagement an dessen individuelle Situation anpassen.
Die Herausforderung für Online-Händler und Inkassodienstleister besteht darin, Flexibilität und Individualisierung mit hoch automatisierten Mahnprozessen in Einklang zu bringen, sagt Mike Kühn, Geschäftsführer der Prokur Management GmbH. Optimales Forderungsmanagement basiert auf der Kombination aus Kommunikation und professionellen Arbeitsabläufen. Ziel ist es, dem Gläubiger zu seinem Geld zu verhelfen, ohne die Kundenbindungen zu zerstören und gleichzeitig auch auf die Bedürfnisse des Schuldners einzugehen.
Fazit: Automatisierte Abläufe im Forderungsmanagement schließen individuelles, auf den Schuldner abgestimmtes, Inkasso nicht aus. Grundlage für individualisiertes Forderungsmanagement sind genaue Absprachen zwischen Online-Händler und Inkassodienstleister, um die Gestaltung der Beitreibung sowie die Handlungsspielräume des Dienstleisters für individuelle Einzelfälle abzustecken.
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