Kampf um Europa
Platz 9: Bayer 04 Leverkusen
Eigentlich müsste Leverkusen in dieser einzig wahren Tabelle viel weiter hinten stehen. Denn man kann hier schnell falsch abbiegen, weil die Menüstruktur nie so richtig klar wird. Es gibt den Shop, eingebettet in die Hauptseite, und da findet sich ein Menü mit den wichtigsten Trikots und Fanartikeln, aber auch mit Gutscheinen und Mitgliedsantrag. Klickt man in der Headerleiste auf Fanartikel, kommt man auf eine andere Fanartikelseite mit jeweiligen Bestsellern und einem weiteren Untermenü, getrennt nach Trikots, Stadionausrüstung etc. Das wirkt falsch. Warum ist Leverkusen dann Anwärter aufs internationale Geschäft? Dieser Shop macht Spaß. Das ist Gamification ohne Spielinhalte. Man fühlt sich smart, wenn man durchschaut hat, wie der Hase läuft. Oder wie die Kollegin sagt: „Erst schön, dann unübersichtlich, dann wieder schön.“ Wie eine wechselhafte Saison, die auf Platz 9 endet.
Platz 8: Eintracht Frankfurt
Eigentlich hätte die Eintracht zusammen mit Mainz und Freiburg das solide Mittelfeld bilden sollen, aber – übertragen auf eine Bundesliga-Saison – hat ein beispielloser Saisonstart samt gutem Schlussspurt noch für Platz 8 gereicht. Begrüßt wird man nämlich von knalligem Orange – nicht, weil Frankfurt jetzt die niederländische Nationalmannschaft stellt, sondern weil das Ausweichtrikot orange ist. Hat man sich von diesem ersten grellen Schock erholt, kehrt schnell Routine ein in einem Allerwelts-Online-Shop mit zu großen Bildern. Man möchte schon gelangweilt weiterklicken, doch dann findet man gleich sechs Gartenzwerge und wird obendrein vor Verlassen der Seite mit der „Bounce Page“ daran gehindert, die noch einmal einige Artikel anzeigt, die vielleicht doch noch interessant sein könnten. Kluge Idee von der Eintracht, kann man nichts sagen.
Platz 7: Union Berlin
Der Club von der Alten Försterei lädt zum Shopping in das Union-Zeughaus – ein bisschen gewollt anders, aber doch nett. Der Online-Shop selbst ist übersichtlich aufgebaut, ist aber auf endloses Scrollen in den Kategorien ausgelegt und irgendwann fragt man sich, wer das alles kaufen soll. Mit Maskottchen Ritter Keule, Försterei- und Eisern-Merch und, ja, Pittiplatsch (als Gartenzwerg!), hat Union inhaltlich einiges zu bieten. Minuspunkte finden sich kaum. Sieht gut aus, funktioniert gut, sogar auf nachhaltige Textilien wird gesetzt. Sportlich kann sich der Club hier einiges abschauen.
Platz 6: VfL Wolfsburg
Der Wölfe-Shop macht nicht den gleichen Fehler wie der Fohlen-Shop und bietet ein gerüttelt Maß Wölfe in verschiedensten Ausführungen. Sogar einer der drei Gartenzwerge hat einen heulenden Wolf als Haustier. In „Wölfis Welt“ werden auch die Kleinen mit dem Wolf vertraut, der ja in der Natur ebenfalls ein äußerst zahmes, kuscheliges Tier ist. So geht man mit dem eigenen Markenkern um! Der Shop selbst kommt modern daher und macht anders als die Konkurrenz aus Leipzig nicht den Fehler, die Nutzer mit purer Größe zu bombardieren. Hier findet man noch ohne Augenschmerzen alles, was man sucht. Das reicht für die Europa League.
Platz 5: VfB Stuttgart
Nur knapp an der Champions League vorbei schrammt der Online-Shop des VfB Stuttgart. Auf den ersten Blick ist man vom altmodischen Sparkassen-Design der Startseite unterwältigt, obwohl das ja irgendwie auch zur schwäbischen Bodenständigkeit passt. Scrollt man nach unten, kommt sprichwörtlich Bewegung in die Sache. So baut man eine moderne Startseite. Die Menüstruktur lässt jeden E-Commerce-Auskenner strahlen, kostenloser Versand freut die Kundschaft. Genauso macht man das. Übersicht trifft Informationsgehalt trifft gerade so wenige Design-Mätzchen, dass man nicht herausgerissen wird aus dem konzentrierten Geldausgeben. Ein bisschen mehr Mut zu visueller Verspieltheit wäre schön gewesen.
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