Die britische Werbeaufsicht „Advertising Standards Authority (ASA)“ hat zwei Werbung des spanischen Unternehmens Zara verboten. Grund dafür sind die, nach Ansicht der ASA, zu dünnen Models, wie Der Standard mit Verweis auf die BBC berichtete.

Die ASA war der Meinung, dass auf einem der monierten Bilder bewusst Schatten verwendet wurden, die die Beine des Models „auffällig dünn“ erscheinen ließen. Außerdem sollen die Positionierung der Oberarme und Ellenbogengelenke unproportional sein und die Schlüsselbeine zu weit hervorstehen. Der tiefe Ausschnitt mache zudem die vorstehenden Schlüsselbeine zu einem zentralen Blickfang der Darstellung.

Zara weist Kritik zurück

Zara entfernte die Anzeigen überall, erklärte aber auch, dass beide Models zum Zeitpunkt des Shootings ein ärztliches Attest vorweisen konnten, welches diese Gesundheit bestätigte. Außerdem seien die Bilder selbst digital nicht verändert worden, bis auf minimale Licht- und Farbkorrekturen. Im Unternehmen sei man sich der Verantwortung der Inhalte bewusst und würde strenge Richtlinien bei der Auswahl und Inszenierung anwenden, wie Watson meldete.

Die Anzeigen dürfen in der aktuellen Form nicht mehr veröffentlicht werden, Zara muss zunächst sicherstellen, dass alle Bilder verantwortungsvoll vorbereitet werden, so die ASA. 

Was ist die Advertising Standards Authority?

Die ASA ist eine unabhängige Regulierungsbehörde für Werbung im Vereinigten Königreich. Auch wenn es sich um eine nichtstaatliche Organisation handelt, die sich für die Selbstregulierung einsetzt, spiegelt ihr Kodex in vielen Fällen die Gesetzgebung wider. Da die ASA streng mit der staatlichen Kommunikationsaufsicht und den Verbraucherschutzbehörden zusammenarbeitet, hat sie faktisch dennoch Durchsetzungsbefugnisse, denn wenn sich Unternehmen nicht an die Entscheidungen halten, können Medien und Plattformen dazu aufgefordert werden, die Werbung zu blockieren. 

Ist so ein Verbot auch in Deutschland möglich?

In Deutschland kann der Deutsche Werberat Rügen aussprechen. In der Vergangenheit wurden hier häufig sexualisierte und sexistische Werbeanzeigen kritisiert. Mit der Rüge werden Unternehmen dazu aufgefordert, die Werbung zu ändern oder zurückzuziehen. Auch wenn die Teilnahme freiwillig ist, halten sich die meisten großen Unternehmen an die Vorgaben. Eine Durchsetzungskraft wie die ASA hat der Deutsche Werberat allerdings nicht. 

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