Der Einkauf in sozialen Netzwerken gehört seit einigen Jahren zum E-Commerce-Mix dazu. Bisweilen wurde dieser Absatzkanal aber eher etwas stiefmütterlich behandelt, dabei zeigt sich vor allem unter jüngeren Generationen, dass der Trend zunehmend zum Social-Shopping geht.

Eine aktuelle Umfrage des Kundenforschungsunternehmens UserTesting belegt diesen Trend jetzt mit Zahlen. So kauften 42 Prozent der Befragten gerne über soziale Netzwerke ein. Deutlich mehr noch, nämlich drei Viertel der Personen, gaben an, auf Instagram und Co. Inspirationen für künftige Käufe zu suchen. 

Social Media verleitet vor allem zu Impulskäufen

Die Produktkategorien, welche in den sozialen Netzwerken besonders gut über den virtuellen Tresen gehen, sind Kleidung und Schuhe (54,5 Prozent der Befragten kauften diese) sowie Beauty und Pflege (33 Prozent). Beide Produktsparten sind dabei oft im Rahmen von Influencer-Marketing sichtbar, was für 39 Prozent der Befragten eine beliebte Inspirationsquelle darstellt.

Ein weiterer Grund für den Kauf über die sozialen Medien ist für 37 Prozent auch, dass sie die Produkte hier genauer dargestellt sehen. So können Produkte durch kurze Videos beispielsweise im natürlichen Licht oder in Bewegung deutlich detaillierter betrachtet werden.

Aufgrund solcher Möglichkeiten sagte jeder Fünfte, dass das Shoppen auf Social Media einfach mehr Spaß mache als in klassischen Online-Shops. Einen Nachteil sehen jedoch auch viele der Verbraucher:innen: 20 Prozent der Teilnehmenden gaben an, hier vor allem Impulskäufe zu tätigen. Diese gehen oft auf Werbeanzeigen zurück – ein Medium, welches 43 Prozent als Inspirationsquelle wertschätzen, während einige wenige Befragte es aufgrund der Verleitung zum Impulskauf sogar „hassen“.

Abzug gibt’s in Sachen Lieferzeit und Retoure

Für viele klassische Online-Händler:innen vielleicht erstaunlich: Für viele der Befragten erscheinen Produktsuche und Navigation innerhalb der sozialen Netzwerke gar benutzerfreundlicher als im ausgeklügelten Shop. Konkret empfanden 54 Prozent die Navigation und 34 Prozent die Bezahlung hier deutlich einfacher. Ein Drittel der Befragten findet es leichter, in sozialen Netzwerken nach Produkten zu suchen.

Doch es gibt auch Schattenseiten. So sind Lieferzeiten sowie Lieferkosten oft höher als erwartet oder im Vorfeld nicht klar ersichtlich. Auch wenn der Artikel nicht gefällt, kommt es zu Problemen: 23 Prozent beklagten eine zu komplizierte und frustrierende Retoure.

Welche Plattformen sind am beliebtesten?

Die beliebteste Social-Media-Plattform zum Shoppen ist laut der Umfrage YouTube (65 Prozent), dicht gefolgt von Instagram (63 Prozent) und Facebook (60,5 Prozent). TikTok schafft es zwar auf Platz vier, jedoch mit gehörigem Abstand und lediglich 36,5 Prozent.

Für Unternehmen, die auf diesen Plattformen handeln wollen, sei es wichtig, die eigene Zielgruppe zu kennen und verstehen. „Will man für die Nutzer ein positives Erlebnis schaffen, muss man beachten, dass nicht jeder Nutzer auf gleiche Art auf Werbung und organische Posts reagiert“, erklärt Thom Bartsch, Senior Solutions Consultant bei UserTesting.

Die Befragung fand online statt und es nahmen 200 Erwachsene aus Deutschland teil.

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