Die Digitalisierung im Mittelstand stockt – und das nicht nur wegen Fachkräftemangel oder Bürokratie. Auch das zunehmende Alter der Unternehmensinhaber:innen ist ein zentrales Hemmnis für Investitionen in digitale Zukunftstechnologien, wie eine Studie des KfW jetzt zu Tage brachte, über die Datev berichtete. Aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage und ungeklärter Nachfolge scheinen viele Unternehmen „auf Verschleiß“ zu fahren, kommentiert KfW Chefvolkswirt Dr. Dirk Schumacher die Ergebnisse.
Demografischer Wandel als Investitionsbremse
Laut KfW-Mittelstandspanel investierten 2004 noch 58 Prozent der Unternehmer:innen unter 40 Jahren jährlich in ihre Unternehmen, während es bei über 60-Jährigen lediglich 38 Prozent waren. Diese Lücke hat sich bis 2023 kaum verringert. Besonders betroffen sind das Baugewerbe und wissensintensive Dienstleistungen wie Steuerberatung oder Rechtsanwälte. Hier sank der Anteil der unter 40-jährigen Inhaber:innen von 35 Prozent (2003) auf elf Prozent (2024), während der Anteil der über 60-Jährigen von 14 auf 34 Prozent stieg.
Ungeklärte Nachfrage erschwert oft die langfristige Planung
Zu den konkreten Gründen für die sinkende Investitionslust gehört vor allem Unsicherheit. Wer bereits auf den Ruhestand zugeht, muss damit rechnen, die positiven Ergebnisse einer Investition nicht mehr selbst auskosten zu können. Zudem bedeuten Finanzierungsmethoden wie Kredite für gewöhnlich längerfristige finanzielle Verpflichtungen mit sich. Diese sind in Zeiten angespannter wirtschaftlicher Gesamtsituation ein zusätzliches Risiko.
Kommt dann noch eine ungeklärte Unternehmensnachfolge hinzu, scheinen Investitionen oft keine gute Idee. Muss das Unternehmen zum Ruhestandsantritt schließen, könnte sich die Investition im Nachgang als teure Fehlinvestition herausstellen.
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