GlossyBox: Nach schlechten Zeiten endlich profitabel
GlossyBox hat die Hochs und Tiefs in der Abo-Box-Branche bereits hinter sich: Nachdem das StartUp bei kosmetik-begeisterten Mädchen und Frauen gehypt wurde und anfangs überaus erfolgsversprechend schien, war spätestens Ende 2013 klar, dass falsch kalkuliert und zu schnell expandiert wurde. Das Geschäft wurde neu ausgerichtet, ausländische Zweigstellen geschlossen, zahlreiche Mitarbeiter entlassen.
Wie wichtig diese Vollbremsung war, zeigen die neuesten Zahlen: GlossyBox verzeichnet laut Internetworld ein Wachstumsschub von 35 Prozent. Genau wie im vergangenen Jahr hoffe man auch 2014 auf Umsätze von mehr als 30 Millionen, wobei das Jungunternehmen seit einigen Monaten bereits operativ profitabel ist.
Abo-Box-Überraschungen: überraschend einseitig
Warum all diese Abo-Box-Unternehmen bereits gescheitert sind, lässt sich pauschal nicht sagen. Natürlich muss jedes Geschäftsmodell inklusive Zielgruppe, Angebot, Markt-Sättigung, Kapital etc. separat voneinander betrachtet und analysiert werden. Doch überblickt man das kritische Feedback verschiedener Anbieter, lässt sich häufig eine Gemeinsamkeit erkennen: So überraschend, wie die Unternehmen versprechen, sind ihre Boxen gar nicht…
Natürlich bemühen sich die StartUps, ihren Kunden stets tolle, neue und spektakuläre Angebote zu machen. Doch erstens müssen sie profitabel denken bzw. handeln (sodass ihnen die wirtschaftliche Perspektive nicht abhanden kommt) und zweitens sind sie – egal in welcher Branche – auf ihre Lieferanten angewiesen. Auch wenn diese häufig ein breites Angebot haben, ist ihr Sortiment dennoch begrenzt und irgendwann erschöpft.
Außerdem sind selbst abenteuerliche und experimentierfreudige Geschmäcker verschieden, sodass es immer eine Gruppe Besteller gibt, die nicht zufriedengestellt wird – das liegt jedoch in der Natur der Sache, wenn man etwas zugesendet bekommt, von dem man nicht weiß, was es ist.
Alles in allem ist es wohl die Übersättigung des Marktes. Am Anfang war der Hype groß – das Abo-Box-Modell war aufregend und neu. Jetzt gehört es zum Alltag des Online-Handels, wobei auch die Anforderungen und Wünsche der Kunden immer weiter zu steigen scheinen. Selbst mit viel Engagement, Optimismus und Motivation lassen sich solche „Negativ-Aspekte“ des Marktes nicht überwinden. Es bleibt zu hoffen, dass sich einige Abo-Box-Anbieter dennoch behaupten können und nicht in den Tiefen des Internets verschwinden.
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