Deutsche Post: Von Preisdumping-Vorwürfen und einem Paketkasten-Monopol
Die Preisgestaltung der Deutschen Post steht unter kritischer Beobachtung: Im Großkunden-Bereich soll das Logistik-Unternehmen den freien Wettbewerb durch Dumping-Preise behindert haben. Aus diesem Grund hat sich nun auch das Bundeskartellamt eingeschaltet und will die unternehmensinternen Prozesse und Angebote untersuchen. Schon über ein Jahr soll die Behörde die Tarife der Deutschen Post im Blick haben. Betroffen sind vor allem die Verträge mit Banken, Versicherungen oder Telekommunikationsunternehmen.
Auch mit seinen neuen Paketkästen war die Deutsche Post in aller Munde: Die Metallboxen sind vor allem für Eigenheimbesitzer angedacht und sollen sowohl dem Empfang als auch dem Versand von Päckchen, Paketen und größeren Lieferungen dienen. Nach Aussagen des Unternehmens handelt es sich um „die größte Erfindung seit dem Briefkasten“.
Konkurrierende Unternehmen und der BdKEP (der Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e. V.) sehen in den neuen DHL-Paketkästen einen Versuch, das Monopol der Deutschen Post weiter auszubauen. Sie plädieren für unternehmens-unabhängige Boxen, die von allen (also auch konkurrierenden) Logistik-Unternehmen verwendet werden können. Eine solche Variante wäre nicht nur besser für den Wettbewerb, sondern auch im Sinne der Verbraucher.
Zalando mit Nachwehen, Weltbild-Rettung mit Haken
Auch im Monat Mai beschäftigten sich die Medien noch mit den angeprangerten Arbeitsbedingungen beim Versandhändler Zalando. Nachdem im April ein gigantischer Shitstorm über dem Fashion-Riesen wütete, scheinen sich nun die Wogen allmählich zu glätten. Nichtsdestoweniger hat Zalando eine einstweilige Verfügung gegen den auslösenden RTL-Bericht erwirkt: Einige „zentrale Teile der Berichterstattung“ entsprechen demzufolge nicht der Wahrheit und dürfen aus diesem Grunde nicht weiter medial verbreitet werden. Ob Richtigstellung oder Haarspalterei – die Negativschlagzeilen dürften vielen noch lange im Gedächtnis bleiben.
Mitte des Monats konnte man wohl ein großes Aufatmen in den Gängen von Weltbild hören. Das Münchener Beteiligungsunternehmen Paragon hatte angekündigt, die Mehrheit an der angeschlagenen Buchhandelskette zu übernehmen und diese mitsamt aller Bereiche (sowohl der „Tolino“-Sparte als auch der Katalog- und Filialgeschäfte) zu erhalten. Doch wo die meisten Mitarbeiter anfänglich die ersehnte Rettung sahen, stellte sich später heraus, dass auch die Übernahme ihre Schattenseite hat: In einer dritten Entlassungswelle müssen wohl mehr als 100 Angestellte ihre Plätze räumen. Dieser Schritt sei notwendig, um die Zukunft von Weltbild zu sichern.
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