Beim deutschen Online-Handels-Award wurden unter anderem auch Weltbild und Strauss Innovations ausgezeichnet. Weltbild war zu diesem Zeitpunkt bereits insolvent. Dass auch Strauss in finanziellen Schwierigkeiten steckt, wurde gestern offiziell bekannt. Die Auszeichnung als bester Online-Shop wirkt in beiden Fällen merkwürdig.
Zunächst: Ja, ein Unternehmen kann insolvent sein, aber trotzdem einen guten Online-Shop mit einem großartigen Kundenservice haben. An und für sich ist die Verleihung des Online-Handels-Awards also vollkommen in Ordnung, schließlich zeichnet der Preis eben das aus: Einen Online-Shop mit gutem Kundenservice. Das gesamte Unternehmen, zu dem der Shop gehört, wird in dieser Wertung außen vor gelassen. Auch das ist in Ordnung, aber trotzdem macht sich bei der Betrachtung der Gesamtsituation der Eindruck breit, dass irgendetwas nicht zusammenpasst.
Weltbild war zum Zeitpunkt der Preisverleihung bereits länger insolvent. Berichte über eine drohende Zahlungsunfähigkeit des Verlags machten schon seit geraumer Zeit die Runde, vor einigen Wochen wurde dann offiziell die Insolvenz bestätigt. Dass gerade Weltbild dann als bester Online-Shop in der Kategorie Bücher & Digitale Medien ausgezeichnet wurde, stieß mir persönlich merkwürdig auf. Und auch das noch: Thalia landete auf dem dritten Platz – zu dem Zeitpunkt, als berichtet wurde, dass Thalia Weltbild übernehmen wolle.
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