Negatives Feedback adé! Transparenz adé!
Was bedeutet das für die Produktrezensionen auf Amazon? Es gibt durchaus positive Resonanz auf diese Neuerung. Das Branchenportal t3n schreibt beispielsweise: „Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Nicht-nützlich-Buttons von Händlern oder Marken auch gezielt dazu genutzt wurden, unbequeme Rezensionen auf der Rezensionsseite nach unten zu verschieben.“ Das heißt also, dass Amazon mit der „Nicht nützlich“-Streichung versucht, böswilliges Abwerten zu verhindern und es jenen Nutzern schwerer zu machen, die das Negativ-Feedback für ihre eigenen Zwecke missbrauchen wollen.
Doch auf der anderen Seite sollte und muss man auch Folgendes bedenken: Wenn das negative Feedback von Rezensionen einfach gestrichen wird, verlieren die Produktrezensionen alles in allem auch ein Stück Transparenz. Eine Rezension, die vor der Streichung acht „Nützlich“-Angaben und 28 „Nicht nützlich“-Angaben hatte und nach der Streichung nur noch acht „Nützlich“-Angaben vorweist, vermittelt einen ganz anderen Eindruck. Sie verliert quasi ein Stück weit ihrer Wirkung und Authentizität.
Anders formuliert: Wenn es die Möglichkeit nicht mehr gibt, inhaltsleere und vielleicht auch ungerechte Rezensionen als „Nicht nützlich“ zu kennzeichnen, dann wird es für die Kunden künftig schwieriger oder zumindest zeitaufwendiger, relevante von nicht-relevanten Rezensionen zu trennen. Plausibel ist das in meinen Augen deshalb nicht unbedingt.
Dass Amazon allerdings grundsätzlich versucht, dem Missbrauch bei Rezensionen Einhalt zu gebieten, kann man nur befürworten. Nur der richtige und effektive Weg, dies zu erreichen, scheint irgendwie noch nicht gefunden.
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