2. Achtung Stolperfallen
Ohne Zweifel handelt es bei der Finanzplanung für die kommenden Jahre um einen Blick in die Glaskugel. Dies kann schnell dazu verleiten bspw. direkt in der Umsatzplanung Pauschalwerte einzutragen, die einfach ein gewisses Wachstum berücksichtigen – Stolperfalle Nummer 1. Bereits für die Umsatzplanung sollte ein für die Branche passendes Modell zugrunde liegen. Im Online-Handel können Größen wie Besucherzahlen, Kauf-Conversion und durchschnittlicher Warenkorb berücksichtigt werden. Saisonale Schwankungen ergeben ebenfalls große Unterschiede im Vergleich zu einem linearen Wachstum – gerade in der Liquidität.
Auf der Kostenseite ist besonderes den Blick für die Marketingkosten zu schärfen. Hier wird auch häufig mit pauschalen Werten kalkuliert. Stattdessen sollte mehr Zeit in die Antwort auf die Frage „Was kostet mich ein Neukunde?“ verwenden werden.
Ebenfalls von großer Bedeutung für die Liquidität ist die Unterscheidung von Brutto- und Nettowerten. In der GuV werden Nettowerte angegeben. Für die Liquidität sind allerdings Bruttowerte, also inkl. Umsatzsteuer, entscheidend.
Während in der GuV der tatsächliche Zahlungseingang keine Rolle spielt, ist dieser in der Liquiditätsplanung besonders wichtig. Haben Kunden Zahlungsziele über mehrere Wochen, können sich schnell Liquiditätsengpässe einstellen.
Häufig wird im Finanzplan auch das Warenlager nur ungenügend berücksichtigt. Wie viel Kapital ist hier gebunden, wann erfolgen größere Bestellungen, um das Warenlager wieder aufzustocken?
Und wie sieht es mit dem eigenen Gehalt eigentlich aus? In der Kalkulation sollte der Unternehmerlohn auf jeden Fall berücksichtigt werden. Gerade in der Anfangszeit reicht dieser aber oftmals nicht aus, damit alle privaten Kosten getragen werden können. Somit gehört auch dieser Teil in die Ermittlung des Kapitalbedarfs und ist zu finanzieren.
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