Ikea will Möbeln eine „Zweite Chance“ geben – so nennt das schwedische Möbelhaus zumindest sein Rückkauf-Programm, was es ab September testen will. Doch wenn man die bisherigen Details, die Ikea zu dem Programm veröffentlicht hat, ansieht, kommen einem kleine Zweifel an dieser zweiten Chance. Ja, Ikea will gebrauchte Möbel zurückkaufen und für den Ankaufspreis in seiner Fundgrube anbieten. Damit wolle man die Kunden dabei unterstützen, nachhaltigen Konsum zu leben, heißt es.
Es ist der jüngste Schritt bei dem Versuch, Ordnung in das Rückgaberecht zu bekommen. Vor einigen Jahren verkündete Ikea vollmundig, den Kunden ein lebenslanges Rückgaberecht für quasi alles einzuräumen. Zwei Jahre später ruderte das Unternehmen zurück und verkürzte die Zeit, in der man Produkte zurückgeben konnte, auf ein Jahr. Nun hat man offenbar gemerkt, dass das immer noch zu viel Potenzial für Missbrauch bietet und verschärft das Rückgaberecht ab September noch mal: Nur noch unbenutzte und neue Produkte werden zurückgenommen. Für die anderen gibt es die „Zweite Chance“.
Doch in den Details steckt die Krux: Die Möbel müssen „in gutem bis einwandfreiem“ Zustand sein und Ikea will nur Modelle „besonders beliebter Produktgruppen“ zurückkaufen. Also keine zweite Chance für eine Vielzahl von Möbeln, darf man vermuten. Dass das schwedische Möbelhaus auch bei dem Zustand so hohe Ansprüche setzt, wirft dem Nachhaltigkeitsaspekt Knüppel zwischen die Beine. Denn viele Kunden wären sicher glücklich, ein Möbelstück zu einem wahren Schnäppchen-Preis zu erstehen, auch wenn es sich nicht mehr im besten Zustand befindet. Ab wie vielen Kratzern lässt Ikea ein Möbelstück nicht mehr in seine Fundgrube? Die Frage ist – wie viele andere auch – bislang noch ungeklärt.
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