Der E-Food-Markt in Deutschland stand gerade noch in den Startlöchern, da bricht der Markt unerwartet ein. Zahlreiche Anbieter, die ihren Kunden bereits die Bestellung von frischen Lebensmitteln im Netz ermöglicht hatten, haben verkündet, ihre Services wieder einzustellen. Grund dafür sei die vermutete Sparsamkeit der Kunden.

Ein weiterer Grund für das Scheitern von E-Food: Kunden fällt erst im Supermarkt ein, dass sie auch online bestellen könnten. (© voy ager – Shutterstock.com)
„Das war knapp! Fast hätten wir uns auf einen Markt konzentriert, den wir offenbar fälschlicherweise als vielversprechend erkannt haben!“ – Die Erleichterung in der Stimme eines Rewe-Mitarbeiters ist nicht zu überhören. Das Unternehmen hat sich als Vorreiter im E-Food-Bereich in Deutschland positioniert und seinen Lieferservice in vielen Städten der Bundesrepublik ausgerollt. Nun aber muss das Unternehmen die Bremsen ziehen. Der Grund: Metro-Chef Olaf Koch hat Zweifel an dem Erfolg der Online-Lebensmittelbranche angemeldet. Und mit Lebensmitteln kennt Koch sich schließlich aus.
„Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel ist extrem wettbewerbsintensiv. Es gibt ein unglaublich dichtes Netz an Läden“, erklärt Koch seine Zweifel im Interview mit Zeit Online. „Der Marktanteil der Discounter liegt bei mehr als 40 Prozent, viele Kunden achten also stark auf die Preise. Die Loyalität der Kunden gegenüber einem bestimmten Einzelhändler ist folglich in der Regel nicht sehr hoch, viele Menschen gehen schon wegen ein paar Cent Preisunterschied zum nächsten Supermarkt. Deshalb werden viele Kunden wohl nicht extra für einen Lieferdienst bezahlen wollen. Die Kosten für die letzte Meile zur Haustür des Kunden sind hoch.“
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