Geschwindigkeit und Flexibilität als Entscheidungsgrundlagen
Wenn Kosteneinsparungen als Entscheidungsgrundlage keine große Rolle spielen sollen und Skalierbarkeit sowieso schon überall bedacht wird, welche Gründe sprechen dann noch für die Cloud?
Hier kommt das individuelle Business zum Tragen! Wie wichtig sind bei der Skalierbarkeit die Faktoren Zeit und Flexibilität? Sicher gibt es monolithische Systeme, die im gewissen Maße skalierbar sind. Doch wie schnell gelingt das? Wie flexibel lässt sich dabei auf individuelle Anforderungen reagieren? Und muss eventuell die Infrastruktur angepasst oder erweitert werden? Diese und weitere Fragen müssen im Sinne einer ernstzunehmenden System-Strategie umfassend beantwortbar sein, wie das folgende Beispiel zeigt.
Skalierungsbedürfnisse entstehen oft in Expansionssituationen, sei es in weitere Länder und in Internationalisierungsprozessen oder sei es durch die Erweiterung des Leistungsportfolios des Unternehmens. Betrachten wir den Fall einer Internationalisierungsstrategie. Nehmen wir an, für den heimischen Markt ist bereits alles hervorragend aufgestellt, und da man mit Weitblick geplant hat, ist die Expansion in andere europäische Länder kein Problem: Es gibt einen fast identischen Rechtsraum, es gibt eine einheitliche Währung, es gibt keine Einschränkungen des Warenverkehrs. Was aber, wenn sich die Unternehmensführung für eine Expansion zum Beispiel in den russischen Markt entscheidet?
Plötzlich steht man dann vor einer komplett neuen Rechtssituation was Datenhaltung und Datentransfer angeht. Hier gilt es, diese Bereiche hinsichtlich Sicherheit, Rechtskonformität und möglicher Auswirkungen auf bestehende Verträge und angebotene Leistungen genau zu bewerten.
Außerdem ändern sich Währung und Wirtschaftsraum, die Logistik muss gegebenenfalls neu aufgesetzt werden, und es stellt sich auch die Frage, ob der Warenverkehr ohne Einschränkungen möglich ist.
Aber es geht noch weiter: Wie werden in Zukunft die russischen Mitarbeiter auf die Systeme zugreifen? Werden alle Unternehmensinformationen in Russland im eigenen Netzwerk abrufbar sein? Wie sieht die Infrastruktur aus, wenn man zwei verschiedene Regionen in ein privates Netzwerk bringen will?
Die Fragen, die sich ergeben, sind vielfältig und gehen fast immer hinab auf die Detailebene. Wer hier jetzt auf einen Monolithen in der Heimat gesetzt hat, wird es auf jeden Fall schwer haben, eine leistungs- und kostenseitig sinnvolle Lösung für alle Mitarbeiter und Kunden zu schaffen. Doch was wäre, wenn man die Systeme zur Leistungserbringung als Services ausgelagert hat? Was wäre, wenn zum Beispiel der russische Online-Shop komplett unabhängig in einer eigenen Cloud-Instanz mit eigenem Datenbank-Master arbeiten könnte? Wenn die Systeme und Infrastrukturen, die man im russischen und im europäischen Markt nutzt, unterschiedlich wären und jeder Online-Shop nur eine Schnittstelle zu „seinem“ System bräuchte? Und wenn dann alle diese Satelliten-Systeme über eine zentrale Schnittstelle Transaktionen und finale Reports an das Hauptsystem senden würden?
Cloud-Systeme bieten in einem solchen Szenario nicht nur deutlich mehr Skalierungsmöglichkeiten, sie verbessern auch die Flexibilität mit der das Unternehmen auf neue Anforderungen reagieren kann, und sie erhöhen die Geschwindigkeit mit der reagiert werden kann. Beides kommt dem Erreichen der neuen Ziele zugute.
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