Wenn jemand behauptet, wir würden in einer Leistungsgesellschaft leben, käme wohl kaum jemand auf die Idee, demjenigen zu widersprechen. Macht, Vermögen, Prestige – allesamt Faktoren, nach denen viele streben. Dementsprechend erhalten auch diejenigen die größte Anerkennung, die Großes vollbringen, viel Geld verdienen und revolutionäre Ideen erfolgreich in die Tat umsetzen. Bei all der Glorifizierung wird jedoch oft eins außer Acht gelassen, ja fast schon absichtlich gekonnt ignoriert: das Scheitern. Selbst die erfolgreichsten Persönlichkeiten sind oft zunächst hingefallen, aufgestanden – und oft sogar genau deswegen später so erfolgreich geworden.

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Abraham Lincoln zum Beispiel verlor ganze sieben Mal bei wichtigen Wahlen, bevor er dann doch noch zum Präsidenten der USA gewählt wurde. Albert Einstein wiederum wurde als Student von der Technischen Hochschule Zürich abgelehnt – und entwickelte später eine der wichtigsten physikalischen Theorien. Und Henry Fords erste Automobilfirma ging Bankrott. Allesamt Beispiele für Persönlichkeiten, die zunächst sogar mehrmals hinfielen, um letztendlich doch noch in die Geschichtsbücher einzugehen.

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Bank, Familie, Geschäftspartne r - solange die Handlung nicht kriminell ist, haben alle genannten das Risiko gekannt. Da gibts nachher nix zu mamsen, es beschwert sich ja auch keiner, wenn im Erfolgsfall von der Gründung profitiert wird. Im Gegenteil, dann ist meist der Neid da auf den, der es geschafft hat.
Wenn ich einen Rat für Neugründer habe, dann diesen: Keiner meint es gut mit Dir! Sei jedem - JEDEM!!! - gegenüber misstrauisch, geizig, abweisend! Sag dreimal nein, bevor Du einmal ja sagst!
Und: Irgendwer ist immer enttäuscht, angepisst oder sauer - damit muss man leben.
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Scheitern an und für sich betrifft in den seltensten Fällen nur die Unternehmerperson.
Da Scheitern wohl in den meisten Fällen durch finanzielle Fehler oder Fehleinschätzun gen eintritt, sollte vielleicht auch einmal an die gedacht werden, die durch das Scheitern eines Möchtegern-Unte rnehmers zu Schaden kommen.
Ob jetzt die Familie Geld verliert, die Bank für den Schaden aufkommen muss, der Geschäftspartne r übers Ohr gehauen wird, der Lieferant betrogen oder der Kunde um sein Geld gebracht wird, die Verantwortung für diese finanziellen Schäden trägt der Unternehmer.
Und wenn ich als Privatmann oder Unternehmen finanzielle Einbussen durch solche Typen erleide, dann finde ich das weder lustig noch verzeihlich.
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