Seit nunmehr 10 Jahren betreibt Frank Müller seinen Online-Shop für Handtücher. Die Geschäfte laufen gut, doch die Gesundheit macht dem 52-jährigen Berliner zu schaffen. Bisher konnte er das Geschäft mit seiner Frau und zwei Aushilfen stemmen, doch langsam wird es schwierig. Das Weihnachtsgeschäft 2016 wollte er noch mitmachen, doch dann soll Schluss sein. Die Entscheidung fiel ihm nicht leicht – der Shop ist sein Baby und er hat über die Jahre viel Zeit und Nerven investiert. Jetzt verkauft er seinen Shop.

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Es war eine Entscheidung, die Frank Müller nicht leicht gefallen ist: Er wird seinen Online-Shop verkaufen. Er hat damals von Null angefangen. Seine Frau unterstützt ihn seit fünf Jahren, die beiden Aushilfen seit zwei Jahren. Er hat sonst immer alles allein gemacht, doch jetzt geht es nicht mehr. Der Berliner ist gesundheitlich angeschlagen und hat beschlossen, dass das Weihnachtsgeschäft 2016 sein letztes gewesen sein soll. Mit 52 ist er zwar noch ein ganzes Stück von der Rente entfernt, doch der Verkauf des Online-Shops soll für finanzielle Sicherheit sorgen.
Frank Müller ist nicht der einzige Online-Händler, der sich dazu entscheidet, seinen Shop zu verkaufen. Peter Höschl, Betreiber des Infoportals Shopanbieter.de, welches auch über eine Verkaufsbörse von Online-Shops verfügt, erzählt im Gespräch, dass über die eigene Plattform rund 40 Online-Shops pro Jahr den Besitzer wechseln. „Obwohl wir wahrscheinlich die bekannteste und erfolgreichste Plattform stellen, dürfte dies dennoch lediglich einen Bruchteil abbilden“, erklärt er selbstbewusst. Dabei finden sich auf der Plattform vor allem Angebote von Shops, die zwischen 250.000 bis 500.000 oder 1 bis 2,5 Millionen Euro Jahresumsatz verbuchen. Der Geschäftsführer von Mabya, einem Marktplatz für den An- und Verkauf von Online-Projekten, Wahid Rahim, sieht das ähnlich: „Eine genaue Zahl kann ich leider nicht nennen, aber nach unseren Recherchen dürfte jährlich eine niedrige bis mittlere vierstellige Anzahl von Shops den Besitzer wechseln.“ Dabei sind die Gründe für einen Verkauf so vielfältig wie die angebotenen Online-Shops. Während Herrn Müller die angeschlagene Gesundheit zu diesem Schritt getrieben hat, gibt es auch Shops, die in der Wachstumsfalle stecken. Da werden Umsätze von bis zu fünf Millionen Euro erwirtschaftet, doch das Geld für Investitionen in Ware, Lager, Internationalisierung oder professionelles Marketing fehlt einfach. Dann gibt es wiederum andere, die einfach einen profitablen Exit hinlegen wollen. Oder die, die den Shop nur als Nebengewerbe betreiben und ihn verkaufen, wenn es zu viel wird. Oder natürlich das Alter, oder, oder, oder…

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