Die Online-Welt eröffnet vielen Menschen die Möglichkeit, sich auszuleben, sich zu entfalten und mit anderen Menschen zu interagieren. Doch das digitale Zeitalter hat auch ein besonderes „Wesen“ hervorgebracht – den Troll. Kannte man Trolle vor der digitalen Revolution noch als mythische, plumpe und verschlagene Gestalten, so treiben sie heute in Netzwerken, Foren oder Kommentarspalten ihr Unwesen: pöbelnd, schimpfend und immer auf Krawall gebürstet. Dabei sorgen sie nicht nur im privaten Bereich für Ärger, sondern machen auch zahlreichen Unternehmen das Leben bzw. die Geschäfte schwer. Ein Blick in die finstere Welt der Online-Trolle.
„Troll“ war vor einigen Jahren noch ein Begriff, den man besonders mit Märchen und Mythen aus nordischen Regionen in Verbindung brachte. In einigen Kulturen oder Glaubenskreisen hat der Troll als grobschlächtiges, brutales, teils kinderraubendes Naturwesen die Gezeiten und Jahrhunderte hinweg überdauert und sich fest im mythischen Inventar verankert. Kennzeichnend sind in diesem Sinne vor allem seine raue, geradezu schadbringende Natur und sein bösartiger Charakter.
Fast alles an ihm schreit nach Zerstörung und Gewalt. Doch natürlich haben sich die Zeiten verändert und heutzutage findet man kaum noch Menschen, die tatsächlich an die übernatürlichen Fantasie-Wesen glauben. Nichtsdestoweniger ist vielerorts – und besonders auf digitaler Ebene – noch immer die Rede von Trollen. Wir sprechen hier jedoch nicht von den mythischen Figuren, die zum Leben erwacht sind, und auch nicht etwa von den niedlichen, kleinen, quietschbunten Gestalten, die der Medienkonzern Disney in seinem aktuellen Filmprojekt völlig neu interpretiert. Wir sprechen von Menschen, von Störenfrieden, die in der Online-Welt wandeln und Böses verrichten. Zwar greifen sie ihre Opfer nicht (wie die mythischen Gestalten) körperlich an und wahren somit die physische Unversehrtheit ihrer Opfer. Doch auf rein verbaler Ebene lassen sie die ganze Macht psychischer Brutalität walten, beschimpfen, pöbeln und verspotten andere Nutzer.
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