Authentizität als Markenbindung
Authentizität wird durch die Experten-Artikel aber auch auf einer anderen Ebene erzeugt: Ähnlich wie bei den Youtube-Videos können auch die Texte dafür sorgen, dass das jeweilige Produkt unter anderem als „verlässlich“ von den Kunden anerkannt wird. Der Duden umschreibt Authentizität mit „Echtheit“, Glaubwürdigkeit“, „Sicherheit“, „Verlässlichkeit“, „Wahrheit“ und „Zuverlässigkeit“. Alles Begriffe, die ziemlich eng miteinander in Verbindung stehen und die eine Bindung zum Produkt aufbauen, sobald sie erfüllt werden. Der Konsument setzt sein komplettes Vertrauen in das, was er kennt, was von seinem Vorbild empfohlen wurde und sich nach dem Kauf auch als bewährt herausgestellt hat. Wieso dann überhaupt noch zu einer anderen Marke wechseln?
Dabei ist zusätzlich eine mögliche Darstellungsform der Texte ebenso als modern anzusehen, wie das Authentizitäts-Phänomen. In dem von TechCrunch genannten Beispiel ging es um „8 Grundlagen für Weinliebhaber“, also eine Auflistung von angeblich elementarem Wissen beziehungsweise in anderen Fällen Produkten. Hier wird mit den Kenntnisstand des Leser und potenziellen Käufers gespielt. Getreu dem Motto: Ohne diese Produkte fehlen dem Kunden wichtige Bestandteile, um auf dem entsprechenden Gebiet auf dem Laufenden zu sein oder womöglich sogar selbst zukünftig eine anerkannte Expertise aufzubauen. Die Folge: der Kauf der (fehlenden) Waren.
Natürlich sind diese Auflistungen bereits seit Langem auf Amazon vorzufinden und wurden bisher von konventionellen Kunden erstellt. Wenn auch Prominente dieses Muster nutzen, erhalten diese Listen eine ganz andere Gewichtung. Hier kommt abermals der Faktor „Expertise“ zum Tragen, denn dadurch wird den darin vorkommenden Punkten weitaus mehr Beachtung geschenkt, als wenn diese von Konsumenten zusammengestellt wurden, deren Fachwissen für den Leser unbekannt ist.
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