Amazon: Jeff Bezos im Geldrausch, Trade-In wird geschlossen, Selbstabholung im Test
Neben diesen weniger erfreulichen Nachrichten hat Jeff Bezos jedoch auch einiges zu Lachen: Der Unternehmer und Gründer von Amazon hat kürzlich einige (genauer gesagt rund eine Million) seiner Anteilsscheine verkauft und damit mehr als eine halbe Milliarde Dollar eingenommen. Peanuts für Bezos! Denn insgesamt soll er noch Amazon-Aktien im Wert von 44 Milliarden US-Dollar besitzen.
Ob Drohnen, Zustellung über Privatpersonen oder Lieferung in U-Bahnen: Amazon scheint immer wieder daran zu arbeiten, die Zustellung von Paketen noch besser und kundenfreundlicher zu gestalten. Nun gab es Gemunkel um einen neuen Dienst namens Amazon Flex. Glaubt man den Gerüchten, könnte es sich hierbei um eine Selbstabhol-Option handeln. Wie weit die Tests allerdings gereift sind oder ob eine solche Variante überhaupt spruchreif ist, darüber kann noch nichts gesagt werden.
Genaueres lässt sich allerdings über das Trade In-Programm von Amazon sagen: Mit gebrauchten Tablets, Handys, Videospielen und Büchern scheint das Unternehmen nicht sonderlich viel einzunehmen. Ohne Angaben genauer Gründe wurde das Programm daher zum 31. August 2015 eingestampft.
Ikea zufrieden mit lebenslangem Rückgaberecht, Poststreik mit Nachwehen
Man mag es kaum glauben, doch auch im August waren noch nicht alles Probleme und Nachwirkungen, die der wochenlange Poststreik mit sich gebracht hat, beseitigt. Wie der Logistik Watchblog berichtete, sollen Mitte August noch immer nicht alle Pakete den Weg zu ihren Empfängern gefunden haben. Davon seien vor allem die Sendungen kleinerer Händler betroffen gewesen. Die Deutsche Post DHL versicherte jedoch, dass die Rückstände „bundesweit nahezu vollständig aufgearbeitet“ seien und man mit Hochdruck daran arbeite, die letzten Nachzügler zuzustellen.
Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Ikea die Branche mit einer gravierenden Neuerung überrascht: Der Möbelhändler garantiert seinen Kunden seitdem ein lebenslanges Rückgaberecht. Kritiker befürchteten damals, dass die Zahlen der Rückläufe durch die Decke gehen würden und prophezeiten, dass ein solcher Service wirtschaftlich nicht zu tragen sei. Nun jedoch zog Ikea ein erstaunliches Resümee und zeigt sich äußerst zufrieden. Die Retouren seien nur um zehn Prozent angewachsen.
Paypal vermarktet sich selbst und startet One Touch in Deutschland, Mastercard arbeitet an Herzschlag-Bezahlung
In Sachen Eigenwerbung hat sich Paypal im August ordentlich ins Zeug gelegt. In einer E-Mail wurden zahlreiche Händler angeschrieben und zu einer Shop-Inspektion aufgerufen. Nach verschiedenen Kriterien sollten die Angeschriebenen ihre Online-Präsenzen überprüfen: Zum Beispiel, ob das Paypal-Logo prominent auf der Startseite, den Produktseiten oder auch im Checkout platziert ist. Mit solchen Kriterien möchte sich Paypal natürlich auch selbst in Pose rücken und die Präsenz verstärken.
Außerdem: Paypal will das Bezahlen während des Online-Einkaufs noch schneller und einfacher machen. Aus diesem Grund bringt der Zahlungsanbieter Paypal One Touch nun auch auf den deutschen Markt. Dabei wird ein Häkchen bei der Option „Eingeloggt bleiben und schneller bezahlen“ gesetzt. Dann müssen Kunden bei einer Zahlung ihr Passwort nicht noch einmal eingeben, da es gespeichert wurde.
Auch Mastercard arbeitet daran, das Bezahlen auf eine neue Stufe zu heben. Im Bereich des stationären Handels arbeitet das Unternehmen derzeit an einer Möglichkeit, dass Kunden mithilfe ihres Herzschlags bezahlen. Wie das funktioniert? – Da jeder Mensch ein individuelles Herzschlagmuster hat, können sich die Kunden auf diese Weise identifizieren lassen und so mithilfe eines Hightech-Armbands kontaktlos ihre Einkäufe begleichen.
Payment: Klarna hoch bewertet, RatePay mit Vorkasse, Paydirekt mit schlechtem Start
Die Pläne von Klarna sind klar gesteckt: Der Zahlungsanbieter will schon in Kürze auf den US-amerikanischen Markt expandieren und dort Fuß fassen. Doch kurz vor dieser Etappe wurde das Unternehmen noch einmal neu bewertet und darf sich freuen: Es ist nun 2,25 Milliarden US-Dollar wert. Grundlage dieser Bewertung ist eine Investition von Northzone, der Wellington Management Co. und Wellcome Trust. Diese haben kürzlich Anteile im Wert von 80 Millionen Dollar gekauft und geben Klarna nun noch einmal kräftigen Rückenwind.
Auch beim Zahlungskonkurrenten RatePay bewegt sich was, denn er bietet ab sofort auch Vorkasse. Die gesteigerte Nachfrage der eigenen Kunden habe diese Neuerung vorangetrieben – schließlich ist die Vorkasse die beliebteste Zahlungsart deutscher Online-Händler. Dennoch kann es auch hier zu Problemen kommen: „Häufig gibt es Schwierigkeiten bei der Zuordnung der Zahlungseingänge, weil Kunden falsche oder zu wenig Daten eingetragen haben“, erklärt RatePay. Durch seine voll automatisierte Lösung will der Zahlungsanbieter jedoch solche Schwächen bereinigen und Händlern ordentlich unter die Arme greifen.
Nicht so rund läuft es hingegen bei Paydirekt. Das Zahlungssystem sollte von verschiedenen Banken gestützt und als deutsche Alternative zu Paypal gepusht werden. Doch der Start verläuft alles andere als reibungslos und so müssen die Kunden offenbar ohne das Zutun der Sparkassen auskommen. Zunächst seien lediglich „ausgewählte Sparkassen“ dabei. Erst im nächsten Frühjahr sollen weitere Sparkassen hinzukommen. Auch die passive Pressearbeit wurde schon kritisiert.
Karstadt rudert online zurück, Facebook mit eigenem Marktplatz?
Im Vergleich mit anderen Anbietern wirkt Karstadt möglicherweise weniger modern. Und die aktuellen Entwicklungen dürften diesen Eindruck bestätigen. Denn anstatt online auszubauen, will die Kaufhauskette kein Geld im Internet „verbrennen“. Daher legt das Unternehmen seine Omnichannel-Strategie vorerst auf Eis, entlässt Mitarbeiter und fährt das Online-Sortiment bis auf ein Minimum (bzw. ausgewählte Bereiche) zurück. Der E-Commerce-Leiter Klaus Haensch verteidigte das Vorgehen: Man wolle online kein Vollsortiment anbieten, sondern sich auf Kategorien konzentrieren, die das nötige Potenzial dazu haben. Hierzu zählen wohl Artikel rund um Haushaltsführung, sowie Elektronikartikel. Ziel sei es, profitabel zu wachsen.
In eigener Sache: Vorbereitungen auf Weihnachten und Händlerbund startet LOCAL Paket
Die Verzahnung von Online- und Offline-Handel nimmt immer weiter zu. Das bietet einerseits den Händlern viele neue Möglichkeiten und andererseits den Kunden sehr verbraucherfreundliche Services. Um diesen Trend zu fördern, bietet der Händlerbund ab sofort das neue LOCAL Paket, das dem stationären Handel mehr Rechtssicherheit garantieren und Anbieter vor juristischen Stolperfallen schützen soll. Denn zum Beispiel sind auch AGB in Filialen vor Ort sinnvoll. Mehr Informationen zum neuen LOCAL Paket finden Sie hier auf der Seite des Händlerbundes.
Der August ist vorüber und das bedeutet für den Online-Handel, dass das Weihnachtsgeschäft vor der Tür steht. Denn auch wenn es noch einige Monate hin ist, sollten jetzt schon die ersten Vorbereitungen getroffen werden, um zum Jahresende nicht überrumpelt zu werden. In unserer Reihe „Weihnachtsvorbereitungen im Online-Handel“ haben wir uns bisher drei Themen gewidmet: Erstens, der grundsätzlichen Planung, zweitens, SEO- und SEA-Strategien und drittens, verschiedenen Design-Aspekten.
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