Herausforderungen im deutschen Handel: Wo stehen die Unternehmen heute?
Onlinehändler News: Was bremst den deutschen Handel aktuell am meisten aus?
Dr. Kai Hudetz: Das ist vor allem das sehr schwierige deutsche Marktumfeld, insbesondere für den B2B-Handel. Wir sehen verunsicherte Konsumenten und infolgedessen verunsicherte Unternehmen. Momentan wird wenig gekauft, die Auswirkungen davon bekommen auch Branchen wie der Bau oder die Autoindustrie zu spüren. Was daraus folgt ist, dass sich vieles vor allem auf den Preis fokussiert.
Worin bestehen dagegen die größten Chancen, welche der deutsche Handel derzeit hat?
Das ist ganz klar das Thema Digitalisierung. Hier ist bei vielen Unternehmen noch massiver Handlungsbedarf. Deutschen Unternehmen fehlt es leider stellenweise an Innovationsfreude. Sie machen, was sie immer machten, oder was andere machen. Wenige gehen wirklich innovative Wege.
Ein weiteres Problem ist aber oft die Basis. Bevor man mit tollen digitalen Tools optimiert, muss zunächst einmal die Kernkompetenz des Unternehmens stimmen. Das wird auch oft vergessen oder zu spät bedacht.
Die neue EU-Verordnung zur Produktsicherheit bereitet vielen Händler:innen große Sorgen. Haben Sie einen Rat, wie man sämtlichen neuen Pflichten bis zum Stichtag beikommen kann?
Das ist ein Thema, welchem man sich auf jeden Fall stellen muss. Das ist das Gleiche bei allen regulatorischen Fragen, die machen in den seltensten Fällen Spaß. Aber zum Glück gibt es genügend Informationsstellen, bei welchen man wichtige Antworten bekommt.
Und auch hier gilt, dass es technische Möglichkeiten gibt, die den Unternehmen eine große Erleichterung bieten können. Mit bestimmten Tools kann man beispielsweise mehr Transparenz in die Prozesse bringen, um gewisse Dinge zu dokumentieren. Doch die Masse an Daten, die es hier zusammenzutragen gilt, ist in jedem Fall eine Herausforderung für Einzelhändler und kleine Unternehmen. Diese sollten auf keinen Fall zögern, sich externe Hilfen hinzuzuziehen.
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