Ob wiederaufbereitete Elektrogeräte oder Secondhand – der Re-Commerce-Markt gilt als einer der größten Wachstumsbereiche im E-Commerce. Neben finanziellen Vorteilen steht dabei auch das Thema Nachhaltigkeit immer wieder im Fokus. Denn das Prinzip aus Alt mach wieder neu bzw. neuwertig, ist in der Natur grundlegend.
Doch unsere Gesellschaft und Wirtschaft sind eher von der sogenannten Wegwerfmentalität geprägt – wir nehmen, produzieren, verkaufen, verbrauchen und entsorgen. Das funktioniert, wenn Ressourcen nachwachsen oder unerschöpflich sind. Doch auf viele Rohstoffe, Produktionen und Gewerbe trifft dies natürlich nicht zu. Was stattdessen bleibt, ist viel Müll. Die Produktions- und Gewerbeabfälle nahmen laut dem Statistischen Bundesamt im Jahr 2021 beispielsweise um 4,7 Prozent zu und beliefen sich auf 49,6 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: Eine leere 1-Liter-Milchpackung wiegt zwischen 20 und 30 Gramm.
Laura Scherer, Dozentin für Circular Economy an der Hochschule Furtwangen, konnte die wachsenden Abfallmengen nicht mehr einfach so hinnehmen. Sie setzt sich stattdessen für ein gegenteiliges Modell zur linearen Wirtschaft ein. Sie beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit dem Thema Kreislaufwirtschaft und war über drei Jahre als Beraterin für internationales betriebliches Abfall- und Wertstoffmanagement tätig, zuletzt etwa bei der Schwarz Gruppe. 2022 gründete sie schließlich den Bildungsdienstleisters Circu:Culture, um Unternehmen mit Workshops, Seminaren und Teambuilding-Maßnahmen dazu zu ermutigen und zu befähigen, zirkuläre Wirtschaftsprozesse auch umzusetzen. Die Vision des Unternehmens lautet: „Zuerst das Mindset ändern, dann das Verhalten.“
Was Kreislaufwirtschaft eigentlich bedeutet, vor welchen Herausforderungen Unternehmen stehen, wie sie das Modell selbst umsetzen können – und wie man Firmen überhaupt dazu abholen kann, erklärt Laura Schwerer im Interview.
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