„Nur was ich gerne tue, mache ich auch gut!”
Wie können Unternehmen sicherstellen, dass sie die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Kunden verstehen?
Mein Motto lautet: Hör den Menschen zu, dann weißt Du, was zu tun ist! Klingt banal, ist aber durch nichts zu ersetzen. Das erlebe ich jedes Mal, wenn ich unsere Shops besuche, an der Line mithöre oder im Außendienst mitfahre. Im persönlichen Austausch mit den Kunden wächst das Verständnis von ihren Wünschen und Problemen von Mal zu Mal. Aber es gibt natürlich auch wissenschaftliche Methoden wie z. B. die Limbic Map: Mit der Limbic Map hat der Psychologe und Philosoph Hans Georg Häusel eine Landkarte entwickelt, die Unternehmen hilft, sich in der Welt der Emotionen zurechtzufinden. Denn 70 bis 80 Prozent unserer Kaufentscheidungen fallen unbewusst, also emotionsgesteuert. Mit der Limbic Map können Firmen ihre Marken und Produkte besser positionieren und ihre Zielgruppen besser identifizieren und abholen. Man kann aus ihr also ableiten, wie Kunden ticken.
Sie setzen bei der Telekom auch den Net Promoter Score ein. Was hat es damit auf sich?
Um die Zufriedenheit ihrer Kunden beziehungsweise deren Begeisterung zu messen, können Unternehmen auf den Net Promoter Score, kurz NPS, zurückgreifen. Erfunden hat ihn der amerikanische Berater Fred Reichbeld. Mithilfe des NPS lässt sich messen, wie groß die Kundenliebe ist, und ob Kunden ein Unternehmen oder eine Marke aus Überzeugung weiterempfehlen würden. Dazu gibt es eine relativ simple Befragung aus drei Fragen: In der ersten Frage sollen Kunden auf einer Skala von eins bis zehn angeben, wie wahrscheinlich es ist, dass sie das Unternehmen weiterempfehlen würden.
Die zweite und dritte Frage jedoch sind noch interessanter für Unternehmen, denn hier werden Kunden gebeten, ihren Score mit eigenen Worten zu begründen und zu erläutern, inwiefern Verbesserungsmöglichkeiten für das Unternehmen bestehen. Bei uns ist der NPS seit 2022 eine ganz zentrale Messgröße, neben der Lösung im ersten Kontakt und der Conversion Rate. Sie zeigt uns, ob wir unsere Kunden mehr und mehr zu Fans machen. Und da sind wir tatsächlich auf einem sehr guten Weg!
Welche Rolle spielen persönliche Erlebnisse, um aus Kunden Fans zu machen?
Eine ganz zentrale! Darum versuchen wir, die Anliegen unserer Kunden möglichst bereits im ersten Kontakt vollständig zu lösen, mit ganz viel Wissen, Freundlichkeit und Empathie. Darum bauen wir die Fachlichkeit unserer Teams kontinuierlich aus, z. B. über individuelle, KI-basierte Coachings. Zudem ist Spaß wichtig: Nur was ich gerne tue, mache ich auch gut! Jeder, der im Kundenkontakt steht, sollte für sein Unternehmen und seine Tätigkeit brennen. Auch eine positive Atmosphäre ist wichtig! Denn die Stimmung des Beraters oder Verkäufers überträgt sich auch auf den Kunden. So kann aus einer kleinen Flamme ein riesiges Leuchtfeuer entstehen – oder eben nicht.
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