Identitäts- und Kreditkartenbetrug, Angabe von gefälschten Daten, Falschaussagen über den Erhalt der Ware – die Möglichkeiten des Betrugs im Online-Handel sind vielfältig, besonders kleine und mittelständische Händler können von den illegalen Machenschaften der Gauner schnell in den Ruin getrieben werden.
Laut einer Umfrage von Statista gaben im Jahr 2015 ganze 84 Prozent der deutschen Online-Händler an, schon einmal mit einem Betrug oder Betrugsversuch konfrontiert worden zu sein. Jetzt, nur fünf Jahre später, liegt der Wert schon bei 97 Prozent (Befragung zum Thema „Betrug im Online-Handel“ von der Crif Bürgel GmbH). Es ist unschwer zu erkennen, dass die Gefahren für Shop-Betreiber immer größer werden, Opfer eines Betrugs zu werden. Wie eine Untersuchung von Statista zeigt, steht der Identitätsbetrug dabei ganz oben auf der Liste, gefolgt von Bonitäts- und Kreditkartenbetrug.

Auch die Experten von Billie, einem deutschen Anbieter für B2B-Rechnungskauf, sehen diese Arten von Betrug am häufigsten im E-Commerce. Der Identitätsbetrug lässt sich beispielsweise mit der falschen Angabe der Adressdaten ermöglichen. Dabei geben die Betrüger beispielsweise Daten eines Nachbarn an und fangen das Paket noch vor der eigentlichen Zustellung direkt beim Boten ab. Auch die nachträgliche Adressänderung – ein Kunde bestellt mit falschen Daten, lässt die Ware nach dem Versand des Händlers zu einer anderen Adresse umleiten, wovon der Verkäufer nichts mitbekommt – ist laut Billie eine beliebte Form des Betruges. Branchen mit erhöhtem Risiko für Betrug sind nach Angaben des Unternehmens besonders die Bereiche Elektronik, Kfz & Zubehör, Kosmetik & Parfüm und Schuhe (insbesondere Sneakers).
„Alle Artikel mit hohem Wert, die aber gleichzeitig nicht sehr groß sind und schnell weiterverkauft werden können, wie beispielsweise Smartphones, Hochleistungsbohrmaschinen oder Gold“ eignen sich für einen solchen Online-Betrug besonders, führen die Sicherheitsexperten aus. Mehren sich derartige Fälle, kann der finanzielle Schaden schnell existenzbedrohend werden. Wie eine Umfrage der Crif Bürgel GmbH im Zeitraum zwischen Dezember 2018 und April 2019 ergab, erlitten 56 Prozent der befragten Online-Händler einen Verlust von mehr als 10.000 Euro in nur einem Jahr. Bei neun Prozent der Studienteilnehmer lag der Einzelschaden jeweiliger betrügerischer Aktivitäten bereits bei 25.000 Euro. Online-Shops sind also angehalten, alle nötigen Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, um es den Betrügern möglichst schwer zu machen.
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