4. Den richtigen Ton treffen
Achten Sie in Bezug auf Formulierungen auf folgende Punkte: Machen Sie in der Reaktion deutlich, dass Sie das Bestreben der Akteure beachten. „Uns ist wichtig, dass egal wie sehr die Emotionen der Community hochkochen, wir das Anliegen dahinter ernst nehmen und klare Antworten liefern“, so Ohlendorf über das Community Management bei real. Eine authentische, kurzgefasste Erklärung ist verklauselten und inhaltsleeren Phrasen vorzuziehen. Veröffentlichen Sie keine Sätze, die wie eine lange Presseerklärung klingen. Signalisieren Sie in der Nachricht unbedingt Lösungsbereitschaft, aber auch Gelassenheit. Auf keinen Fall sollten arrogante und unfreundliche Antworten oder unpersönliche Stellungnahmen gepostet werden. Eine interessante Feststellung in Bezug auf die richtige Reaktion machte die internationale Forschergruppe um Herhausen. Ihre Studie über den Umgang mit Shitstorms ergab, dass es sinnvoll ist, die Antwort abhängig vom Inhalt des Kommentars zu formulieren: Empathische und individuelle Antworten führen grundsätzlich zu einer signifikant niedrigeren Viralität eines kritischen Kommentars. Anders verhält es sich allerdings, wenn ein Posting ein hohes Maß an emotionaler Erregung beinhaltet. In diesem Fall lässt sich oftmals mit einer freundlichen und sachlich-informativen Antwort effektiv eine eventuelle Eskalation verhindern.
Trifft ein Unternehmen ein Shitstorm, ist es wichtig, darauf vorbereitet zu sein. Hier kann beispielsweise ein im Voraus erstellter Leitfaden für das Team hilfreich sein, die Empörungswelle zügig in den Griff zu bekommen. Vermeiden Sie vor allem eine unüberlegte Reaktion, die einen Shitstorm gegebenenfalls nur weiter anheizt.
Über die Autorin
Antonia Bohrer ist Online-Redakteurin bei real.digital. Sie schreibt unter anderem für den firmeneigenen B2B-Blog real2business, der Händler und Brancheninteressierte über Entwicklungen und Trends im E-Commerce informiert.
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