Ich mag Richard David Precht und habe einige seiner Bücher gelesen. Dieses eigentlich sperrige und komplexe Gebiet Philosophie schafft er in knackige Worte und leicht verdauliche Erkenntnisse zu gießen. Und er äußert sich in seinen Werken und Auftritten zu so ziemlich allem, was der Zeitgeist hergibt: Der Philosophie an sich, Liebe, Bildung, Digitalisierung, Moral, Tiere etc. Aber diese beiden Aspekte – Oberflächlichkeit gepaart mit ausuferndem Sendungsbewusstsein – führen dazu, dass diese intellektuelle Allzweckwaffe jüngst ihr Ziel verfehlte: Seine Forderung, Online-Käufe mit 25 Prozent zu besteuern, ist Humbug.
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Ehrlich, das ist doch ausgemachter Quatsch. Auf welcher Grundlage soll ein Vertriebsweg eine Sanktion von 25% Straf-Steuern erhalten? der stationäre Einzelhandel, eine Branche, die sich weitgehend im kollektiven Versagen beim Ergreifen der Chancen der Digitalisierung ergangen hat, soll jetzt durch Strafsteuern erfolgreicherer Modelle gestützt werden?
Kleine Händler sollen unterstützt werden, ja gerne, aber bitte bei der Einführung von Warenwirtschaft ssystemen und Scannerkassen, damit Kunden erfahren können, ob das gewünschte Produkt in der gewünschten Größe offline überhaupt verfügbar ist.
Und ja, aktuell ist die technische Hürde, die genommen werden muss, um ein gutes Einkaufserlebni s im Onlinehandel zu bieten sehr hoch, Skaleneffekte treten erst auf, nachdem diese technische Basis geschaffen wurde. Die meisten Vertriebsformen die die Größe gehabt hätten dies zu erreichen, insbesondere bei den Verbundgruppen, fanden einfach keine Mehrheit und den nötigen Mut.
Da hat Precht wohl neuerdings Anleihen bei der Politik Donald Trumps bezogen.
Wäre Precht ein Fan des Diesels, wäre seine nächste Forderung eine 25% Strafsteuer auf Hybride und Elektromobilitä t. Ach nein, wie ich gestern bei Lanz gehört habe, ist Precht ja Fan von Wasserstoff als Antrieb der Zukunft, die 25% Steuer auf batterieelektri sche Fahrzeuge ist also schon fast gefordert...
Die Welt verändert sich und bei einem hat er recht, nicht immer zum Guten. Die echte Ursache von Prechts Forderung ist aber die nationale Steuerneutraliä t erfolgreicher Handelsformen, die unsere Steuersysteme Konzernen bieten. Dann lasst uns doch bitte auch diesen Punkt anfassen und nicht den gesamten Online-Handel diskriminieren.
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