Shopify wurde 2006 vom Koblenzer Tobias Lütke entwickelt, mittlerweile betreut das in Kanada gegründete Unternehmen über 800.000 Händler in rund 180 Ländern – auch in Deutschland. Seit Mai 2017 ist der Shopsystem-Anbieter auch hier mit einem eigenen Büro vor Ort. Im Interview blickt Hagen Meischner (Partner Manager Lead) zurück auf die Anfangszeit und erklärt, warum Kylie Jenner so erfolgreich und die Cloud die Zukunft des E-Commerce ist.
Es gibt laut einer Studie allein in Deutschland über 80 Shopsysteme – nach welchen Kriterien sollten Online-Händler ihr System aussuchen?
Hagen Meischner: Zum einen sind die Investitionskosten ein Thema: Was kostet es, den Shop online zu bringen? Da gibt es schon eine große Bandbreite unter den Angeboten. Zum zweiten gibt es die Betriebskosten: Was kostet mich das Hosting, Updates, Sicherheitspatches, Versionsreleases etc.? Und da sind viele dem Irrglauben aufgesessen, ich entwickele einen Online-Shop, die Kunden kommen von alleine und ich muss den Shop nie wieder anfassen. Dann muss man überlegen, wie skalierbar ist die Lösung? Denn viele Händler fangen klein an, haben aber ambitionierte Wachstumsziele, da ist die Frage: Muss ich dann schnell wieder die Technologie wechseln? Wichtig ist auch: Kann ich das System selbst erweitern oder bin ich auf eine Agentur angewiesen?
Shopify bietet sein System weltweit in vielen verschiedenen Märkten und Ländern an. Wie schafft man den Spagat zwischen einem einheitlichen Standard und vielen regionalen und kulturellen Unterschieden?
Hagen Meischner: Da ist Sprache natürlich der wichtigste Punkt, Lokalisierung ist das A und O. Und die Lokalisierung hängt stark von den Partnern ab, das können Newsletter-Anbieter, Logistik-Partner, Payment-Unternehmen etc. sein. Und da fahren wir die Strategie, dass wir einen App-Store haben, wo lokale Partner ihre Erweiterungen einbringen können. Aktuell haben wir da rund 2500 Erweiterungen.

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