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Wirtschaftsministerium will mit „Aktionsplan E-Commerce“ gegen Temu und Co. vorgehen

Veröffentlicht: 06.09.2024
imgAktualisierung: 06.09.2024
Geschrieben von: Ricarda Eichler
Lesezeit: ca. 2 Min.
06.09.2024
img 06.09.2024
ca. 2 Min.
Wirtschaftsminister Robert Habeck
Ale_Mi / Depositphotos.com
Mit einer gebündelten Aktion macht die Politik jetzt eine Kampfansage an die chinesischen Billig-Plattformen.


Kritik wird an den chinesischen Anbietern, vor allem Temu und Shein, viel geübt. Jedoch folgt all der Kritik bisweilen nur relativ wenig Handeln. Das soll sich jetzt ändern. Wie das Magazin Capital von Insidern erfuhr, startet das unter Robert Habeck laufende Wirtschaftsministerium jetzt den „Aktionsplan E-Commerce“, um nunmehr wirklich durchzugreifen.

Gespräche mit Temu und Shein bereits im Juni

Konkrete Details zu den geplanten Maßnahmen hält das Ministerium derzeit noch unter Verschluss. Jedoch prüfe es mögliche Wege und führe dabei auch Gespräche sowohl auf Bundesebene als auch mit der EU-Kommission sowie dem EU-Parlament. Zudem fand im Juni ein Treffen zwischen Staatssekretär Sven Giegold (Grüne) und Vertreter:innen von Shein sowie Temu statt.

Das maßgebliche Ziel scheint dabei deutlich nicht darin zu liegen, die chinesischen Plattformen vollkommen zu verdrängen, sondern vielmehr einen einvernehmlichen Weg zu finden. So bestätigte auch eine Sprecherin des Ministeriums gegenüber Capital, dass man „faire Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer sicherstellen“ wolle.

Konsequenzen für Händler:innen aus Drittstaaten

Eine Möglichkeit, um diese fairen Bedingungen herzustellen, könnte dabei die Abschaffung der Zollfreigrenze darstellen. Diese Abschaffung des Freibetrags von 150 Euro, unter welchem auf Pakete von außerhalb der EU keine Einfuhrumsatzsteuer erhoben wird, ist auf EU-Ebene bereits für das Jahr 2028 geplant. Kürzlich wurden aber vor allem seitens der SPD Stimmen laut, welche eine zeitnähere Lösung forderten.

Eine eher kurzweilige Abschreckungsmaßnahme schlug dagegen der nordrhein-westfälische CDU-Finanzminister Marcus Optendrenk vor. Laut ihm sollten sämtliche Pakete aus China konsequent geöffnet und auf ihren Inhalt und dessen korrekte steuerliche Deklarierung geprüft werden.

Mit dem „Aktionsplan E-Commerce“ gibt es jetzt zum ersten Mal ein zentrales politisches Organ, welches sich der Problematik annimmt. Wie die Sprecherin des Ministeriums weiter angab: „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass gegenüber Händlern aus Drittstaaten bestehende Rechtsvorschriften genauso konsequent durchgesetzt werden wie gegenüber Händlern aus der EU.“

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 06.09.2024
img Letzte Aktualisierung: 06.09.2024
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Ricarda Eichler

Ricarda Eichler

Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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Andre
09.09.2024

Antworten

Sehe bei Temu, wie auch bei anderen China Platformen jetzt nicht den Befreier, dort werden so einige Gesetzte igonriert oder nicht eingehalten und die ich mich halten muss, wenn ich hier verkaufen muss. Ich als Onlinehändler begrüße die Abschaffung des Freibetrags, den wir als lokale Onlinehändler nicht haben, er kommt nur viel zu spät, das Problem gibt es wirklich schon länger. Ja Amazon hat immer noch Marktmacht, aber es gibt mittlerweile einige andere Plattform wo man verkaufen kann ohne geknechtet und ausgenommen zu werden, mit einer guten Reichweite, auch wenn es natürlich auf das Sortiment ankommt.
Ralf
08.09.2024

Antworten

Die sollen erst mal Amazon vornehmen. Temu ist für Händler der Befreier, ein Lichtblick im Online-Handel um endlich die Macht von Amazon zu brechen. Dann kommen natürlich die Grünen und wollen diese Hoffnung zunichte machen. Und die EU setzt die hiesigen Händler praktisch Schachmatt mit ihren Regelungen. Und das Chinesische Händler billig nach Deutschland liefern und ist wohl nicht erst ein Problem seit Temu.