Zu viele Retouren: Zalando sperrt Tausende Kunden

Veröffentlicht: 08.04.2025
imgAktualisierung: 08.04.2025
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
08.04.2025
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ca. 2 Min.
Paket des Online-Modehändlers Zalando
photo_pw / Depositphotos.com
Der Online-Modehändler Zalando geht gegen übermäßigen oder gar missbräuchlichen Gebrauch von Retouren vor.


Der Online-Modehandel gehört bekanntermaßen zu jenen Bereichen mit den höchsten Retourenquoten. Weil Kleidungsstücke nicht sitzen, nicht den Erwartungen entsprechen oder auch in verschiedenen Größen bestellt wurden, gehen viele bestellte Teile wieder zurück. Anbieter müssen dabei im Rahmen ihrer Prozesse stets zwischen Kundenfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit abwägen, wie man nun auch anhand des Branchenriesen Zalando sehen kann.

Das Unternehmen hat sich dazu entschlossen, strikte Maßnahmen gegen Kundinnen und Kunden zu ergreifen, die das Retourenangebot missbrauchen oder zumindest in horrendem Maße in Anspruch genommen haben. Diese hat Zalando nun für weitere Bestellungen gesperrt.

Zehntausend Kundinnen und Kunden betroffen

Der Modehändler erklärte die Sperrung wie folgt: „Wir haben eine kleine Gruppe von Kunden identifiziert – rund 0,02 Prozent unserer gesamten Kundschaft von mehr als 50 Millionen Kunden –, die unsere Richtlinien über die Maßen beansprucht und ein ungewöhnlich hohes Retoure-Verhalten gezeigt haben“, wird eine Firmensprecherin von der WirtschaftsWoche zitiert. Betroffen sind demnach rund 10.000 Kundenkonten.

Innerhalb der letzten zwölf Monaten hätten diese Shopperinnen und Shopper zahlreiche Bestellungen vorgenommen und dann die überwiegende Menge an Produkten wieder zurückgeschickt. Konkrete Zahlen oder Prozentsätze rund um das Retourenverhalten wurden dabei nicht genannt.

Sperrung soll nur vorübergehend sein

Die Sperrung der retourenfreudigen Kundinnen und Kunden will Zalando allerdings nicht auf Dauer vornehmen. Zwölf Monate seien über die Accounts auf der Plattform keine Einkäufe mehr möglich, heißt es weiter. Allerdings könnten Betroffene noch immer auf das eigene Konto zugreifen und Einsicht in vergangene Bestellungen und Retouren nehmen. 

Die Senkung der Retourenquote dürfte für Zalando ein Ziel mit hoher Priorität sein. Nach eigenen Angaben verschickte der Händler, der zugleich Online-Marktplatz ist, im letzten Geschäftsjahr etwa 251 Millionen Bestellungen. Jedes zweite verkaufte Produkt werde im Schnitt retourniert, was wiederum mit hohem Kosten-, Personal- und Zeiteinsatz verbunden sein dürfte.

Ob das legal oder willkürlich ist, haben wir uns in einem eigenen FAQ zu den Zalando-Sperrungen angeschaut.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 08.04.2025
img Letzte Aktualisierung: 08.04.2025
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
9 Kommentare
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Eva
09.04.2025

Antworten

Die Versender sollten sich mehr Mühe bei der Bemaßung der Teile machen, dann muss ich nicht raten, ob mir wohl passen wird.
Marie
09.04.2025

Antworten

In meinem Onlineshop gab es nie kostenlose Retouren. Auch einen kostenlosen Versand gab es nicht, Dhl und Co arbeiten ja auch nicht umsonst. Auch die Kunden, die ja immer in einem Arbeitsverhältnis stehen oder standen, arbeiten nicht umsonst. Auch Rabatte gab es grundsätzlich nicht, fängt man damit an, wird es immer schwieriger zum Normalpreis zu verkaufen. Bei Saisonware ist das sicher nicht zu machen, aber bei langlebigen Wohnaccessoires aus europäischen Manufakturen ging es bestens.
secret
09.04.2025

Antworten

Funny, They have blocked accounts, not people... Bad accounts, the accounts should be ashamed of themselves. The customers on the other hand, can open new accounts, and buy&return as usual..
dirk
09.04.2025

Antworten

Die Zeiten von "Schrei vor Glück oder schick's zurück!" sind offensichtlich vorbei. Wird Zeit, dass auch Zalando das endlich einsieht. Machen wir seit Langem so - wer 3x hintereinander zurückschickt oder dauerhaft eine Retourenquote von über 60% hat, ist raus. Wer nur Kosten verursacht, gefährdet unsere Existenz. Und in 20 Jahren Erfahrung hat sich gezeigt: - Wer direkt die erste Bestellung zurückschickt, aus dem wird zu 90% kein guter (rentabler) Kunde mehr - Wer viel bestellt, schickt viel zurück - Wer viel zurückschickt, achtet nicht auf Größenhinweise etc. - Wer viel zurückschickt, behandelt die Ware oft nicht mit Sorgfalt; oft sehen Textilien dann aus, als hätten sie schon eine Woche im Altkleidercontainer gelegen.
K.I
09.04.2025

Antworten

Meinung: wann begreifen die Politiker in der EU endlich das es keinen kostenlosen Rückversand für Verbraucher geben darf? Der Kunde hat die vollen Gebühren die ein Paketdienst seiner Wahl berechnet zu tragen. Ein echter Mehrwert für die Umwelt und dem stationären Handel! Aber die Lobbyisten sind leider besser als Politiker. Amazon und OTTO sofort abstrafen für kostenlosen Rückversand!
Michaela
09.04.2025

Antworten

Das hätten die großen Unternehmen schon lange unterbinden können. Retoure ist vom Käufer zu tragen. Schon wird weniger zurückgesendet. Einfache Milchmädchenrechnung.
Susan
09.04.2025

Antworten

Das Problem ist nach wie vor, dass Retouren von Zalando, otto, amazon (Bekleidung + bestimmte Kategorien), und Co. immer noch kostenlos für die Käufer sind. Sobald das geändert wird, wird auch die Retourenquote drastisch sinken. Lasst einfach die Käufer ihre Retouren im Rahmen einer Rückgabe/Auswahlsendung selbst bezahlen, sonst hört das nie auf.
Harald
09.04.2025

Antworten

Kann ich sehr gut nachvollziehen, ich sperre auch jeden, der das Widerrufsrecht missbraucht
j.
09.04.2025

Antworten

wenn man einfach das rückporto berechnet ist das ganz schnell geklärt, ich sehe es im vergleich bei eBay und Amazon, bei eBay kommen bei 10 Bestellungen vielleicht 2 Sendungen zurück bei Amazon ca. 8.