Trump-Politik lässt US-Verkäufe von Temu und Shein einbrechen

Veröffentlicht: 18.02.2025
imgAktualisierung: 18.02.2025
Geschrieben von: Ricarda Eichler
Lesezeit: ca. 2 Min.
18.02.2025
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ca. 2 Min.
Smartphone zeigt Apps der chinesischen Anbieter Temu und Shein
dimarik / Depositphotos.com
Für die chinesischen Marktplätze Shein und Temu sind die USA ein wichtiger Markt. Präsident Trumps aktueller Kurs gefährdet diesen Status.


Die noch junge, zweite Amtszeit des US-Präsidenten Donald Trump hat bereits jetzt gravierende Auswirkungen auf die chinesischen E-Commerce-Giganten Temu und Shein. Direkt nach der Ankündigung zur Abschaffung der De-Minimis-Freigrenze stürzten die Verkäufe um bis zu 40 Prozent ab. Für den Billigmodeanbieter Shein steht jetzt sogar der für Ostern avisierte Börsengang auf dem Spiel. 

Unsicherheit bremst Konsumlaune der US-Verbraucher:innen

Anfang Februar kündigte US-Präsident Donald Trump einen wirtschaftlichen Kurswechsel an. Um die heimische Wirtschaft gegenüber der Flut von Billigwaren aus China zu stärken, sollte hierfür die Zollfreigrenze von 800 US-Dollar, die sogenannte De-Minimis-Regelung, abgeschafft werden. Zusätzlich sollen Waren aus China mit einer Zoll-Gebühr von zehn Prozent belastet werden.

Die Ankündigung schlug schnell Wellen. Zwar ruderte Trump mittlerweile wieder zurück und gewährte der Umsetzung einen Aufschub, bis die Zollbehörden auf den deutlich gestiegenen Verwaltungsaufwand vorbereitet seien – doch die Unsicherheit spiegelt sich bereits jetzt im Konsum wider.

Wie Daten des Zahlungsanalyse-Unternehmens Bloomberg Second Measure belegen, brachen die Verkäufe Sheins um bis zu 41 Prozent ein. Bei Temu belief sich der Rückgang auf immerhin 32 Prozent. 

Trump vermasselt Sheins Börsengang

Der Einsturz fällt darum so ins Gewicht, da Temu Ende Januar noch ein Wachstum von über 32 Prozent aufweisen konnte. Aber auch für Shein hat der Rückgang der Verkäufe Folgen. Das Unternehmen plante zu Ostern den lang geplanten Börsengang auf dem Londoner Parkett. Zuletzt war das Unternehmen mit einer Bewertung von rund 66 Milliarden US-Dollar auf einem guten Weg.  

Wie Bloomberg unter Verweis auf Insider-Informationen schrieb, könnte diese Bewertung mittlerweile sogar auf 30 Milliarden US-Dollar gesenkt werden. Die Unsicherheit über die weiteren Auswirkungen der US-Politik sollen nun zur Folge haben, dass der Börsengang zumindest in die zweite Jahreshälfte verschoben wird. 

Was planen Temu und Shein jetzt?

Um sich dennoch weiterhin auf dem lukrativen US-Markt zu behaupten, müssen die chinesischen Unternehmen jetzt schnell handeln. So kündigte Temu bereits an, die Verantwortung über den Versand in die USA verstärkt auf die Händler:innen umzulagern. Mit dem „Half-Custody“-Modell würde Temu nur die Plattform bieten, die logistischen Prozesse aber abtreten.

Shein lancierte sein Marktplatzmodell in den USA bereits 2023, jedoch bisher mit verhaltenem Erfolg. Um angesichts der drohenden weiteren Umsatzeinbußen fortbestehen zu können, ist es wahrscheinlich, dass das Unternehmen sich jetzt verstärkt hierauf konzentriert. Die Frage ist, ob US-Konsument:innen bereit sind, den Markt, welcher weiterhin durch Amazon beherrscht, aber gleichzeitig durch Temu aufgemischt wird, mit noch einem weiteren chinesischen Anbieter zu teilen. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 18.02.2025
img Letzte Aktualisierung: 18.02.2025
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Ricarda Eichler

Ricarda Eichler

Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.

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1 Kommentare
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cf
19.02.2025

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Tja, so einfach kann man sowas regeln... Ausnahmsweise könnte sich die EU mal ein Beispiel an der Aktion nehmen. ABER: Wer weiß, vielleicht plant Elon Mask ja nur die Übernahme von Temu und Shein für den amerikanischen Markt - dann würde ihm die Situation ja gaanz zufällig gerade sehr gelegen kommen *lol*