In den USA kann man bereits seit Ende 2023 über das soziale Netzwerk TikTok shoppen. Für Händler:innen eröffnen sich dabei viele Möglichkeiten der Integration von Produkten in Videos und deren direkter Shop-Verknüpfung. Der europäische Launch wurde erst im Juni dieses Jahres verschoben – nur um jetzt doch relativ kurzfristig zu kommen: Bereits im Oktober sollen die ersten beiden Märkte von der Shop-Funktion profitieren können, wie mit der Sache vertraute Personen gegenüber Bloomberg aussagten. Bereits im nächsten Jahr sollen weitere folgen.
Hier startet TikTok Shop bereits in wenigen Wochen
Den Anfang werden wohl schon im Oktober 2024 Irland und Spanien machen. Lokale Partner:innen, Händler:innen sowie Creator-Agenturen wurden laut den Berichten bereits auf den kommenden Start vorbereitet. In Spanien soll bereits ein 40-köpfiges Team für die Betreuung der hiesigen E-Commerce-Aktivitäten zusammengestellt worden sein. Wie Bloomberg anhand weiterer Job-Ausschreibungen außerdem feststellte, werden aktuell noch Mitarbeitende in den Bereichen Logistik und Compliance sowohl in Madrid als auch London gesucht.
Ebenso werden für einen Standort in Dublin unter anderem Partner-Manager:innen für KMU, Außendienstler:innen und Account-Manager:innen gesucht. Insgesamt 137 Stellen sollen allein an diesem Standort besetzt werden. Glaubt man den Insiderberichten, sollen aber bereits im kommenden Jahr auch weitere Länder Europas nachgezogen werden. Aktuell sind für Deutschland Stellen in den Städten Berlin, Hamburg, Düsseldorf und München ausgeschrieben. Die konkreten Stellen, wie beispielsweise Handelsvertreter:innen für die Bereiche Fashion, Beauty und Nahrungsergänzungsmittel, lassen zumindest Rückschlüsse auf vorbereitende Maßnahmen zu.
Soft-Launch aus Furcht vor dem DMA?
Seit März 2024 gilt innerhalb der Europäischen Union der Digital Markets Act (DMA). Neben Konzernen wie Apple, Amazon und Meta wurde auch TikTok als sogenannte „einflussreiche Plattform“ benannt und unterliegt folglich gewissen wettbewerbsrechtlichen Auflagen. Die TikTok-Mutter ByteDance hatte jüngst noch vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) versucht, gegen die Einstufung zu klagen, scheiterte aber (wir berichteten).
Der Soft-Launch in zunächst nur einigen Ländern könnte nun als eine Möglichkeit gesehen werden, die Shop-Funktionen in Europa zunächst auf kleiner Flamme auszutesten. Ursprünglich wollte TikTok Shop in Spanien, Irland, Frankreich, Italien sowie Deutschland zeitgleich an den Start bringen. Mit einem schrittweisen Start könnte man sich nun zumindest mit den regulatorischen Baustellen nach und nach auseinandersetzen, anstatt direkt an allen Fronten zu kämpfen.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Ricarda Eichler
Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.
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