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Temu wird zum Marktführer in vier europäischen Ländern

Veröffentlicht: 23.09.2026
imgAktualisierung: 23.09.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
23.09.2026
img 23.09.2026
ca. 2 Min.
Temu auf einem Smartphone
Mojahid_Mottakin / Depositphotos.com
Temu gewinnt in Europa an Boden. In vier Märkten steht die Plattform an der Spitze – aber auch, weil es hier an Konkurrenz mangelt.


Der chinesische Marktplatz Temu hat es nach nur drei Jahren geschafft, in fast jedem europäischen Land zu den zehn beliebtesten Online-Anbietern zu zählen. Das zeigen EcommerceNews.eu zufolge Daten des deutschen Marktforschungsinstituts ECDB. „Die Position von Temu in jedem Markt hängt davon ab, mit wem es konkurriert“, kommentiert ECDB die Datenlage. „Die Stärke des jeweiligen Heimatmarktes bestimmt, wie weit Temu von der Spitzenposition entfernt ist.“

Temu drängt an die Spitze

In vier europäischen Ländern ist es dem chinesischen Unternehmen gelungen, die Spitzenposition zu erreichen: In Kroatien, Finnland, Ungarn und Slowenien stehe Temu den ECDB-Daten zufolge auf Platz eins. In diesen Märkten sind die Voraussetzungen dafür offenbar besonders günstig: Es gibt keinen starken heimischen Online-Marktplatz und keinen lokalen Amazon-Marktplatz. Die Kundschaft in diesen Ländern sei aber durchaus bereit, bei ausländischen Anbietern online einzukaufen. Temu hat diese Lücke offenbar füllen und sich als Top-Marktplatz etablieren können.

In acht weiteren Ländern ist Temu dicht an der Top-Position dran: In Bulgarien, Frankreich, Griechenland, Norwegen, Portugal, der Slowakei, Tschechien und Österreich steht die Plattform auf dem zweiten Platz. Auffällig sei hier EcommerceNews.eu zufolge die starke Position in Frankreich: Hier führe Amazon zwar den Markt an, aber in dem Land gebe es auch viele weitere lokale Wettbewerber. Die französische Kundschaft scheint sich also weniger stark auf nur einen Anbieter zu fokussieren als in anderen Ländern.

In Deutschland ist Temu noch etwas weiter von der Spitze entfernt. Hierzulande ist es dem chinesischen Anbieter bisher nicht gelungen, in die Top 3 der wichtigsten Online-Plattformen aufzusteigen.

Zölle und die Wirtschaftslage könnten das Bild aufrütteln

Das ECDB weist allerdings auch darauf hin, dass es sich bei der Auswertung um Daten aus dem Jahr 2025 handelt. Diesjährige Daten könnten aufgrund der veränderten Lage in der Weltwirtschaft und der Zollpolitik der USA und der EU ein anderes Bild zeichnen. Das ECDB bezeichnet die aktuelle Auswertung deshalb als „eine nützliche Basis“ für die Veränderungen in den Märkten.

In der EU ist erst vor wenigen Tagen die umfassendste Reform des Zollrechts seit Jahrzehnten in Kraft getreten. Innerhalb der nächsten zwölf Monate müssen die Mitgliedstaaten den neuen Unionszollkodex umsetzen, durch den ein digitalisiertes Zollsystem, eine neue EU-Zollbehörde und erweiterte Pflichten für Online-Marktplätze realisiert werden sollen.

Die Reform zielt auch darauf ab, Anbieter wie Temu einzuschränken: Online-Marktplätze mit Sitz außerhalb der EU gelten künftig bei Verkäufen an EU-Verbraucher:innen zollrechtlich als Importeur und müssen die Formalitäten und Einfuhrabgaben selbst übernehmen. Damit erweitert die Reform auch die Änderung vom 1. Juli 2026, mit der die bisherige 150-Euro-Zollfreigrenze für Senden aus Drittstaaten entfällt und durch eine Pauschalabgabe in Höhe von drei Euro ersetzt wurde. Auch diese Maßnahme zielt auf Plattformen wie Temu und Shein ab.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 23.09.2026
img Letzte Aktualisierung: 23.09.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

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