Temu stoppt chinesische Lieferungen in die USA

Veröffentlicht: 05.05.2025
imgAktualisierung: 05.05.2025
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 2 Min.
05.05.2025
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ca. 2 Min.
Temu-Logo auf Smartphone mit ikonischen Symbolen Kleid, Schaukelpferd, Pump und Tasche vor orangem Hintergrund mit Logo
Temu-Logo auf Smartphone mit ikonischen Symbolen Kleid, Schaukelpferd, Pump und Tasche vor orangem Hintergrund mit Logo
Die strikten Maßnahmen der Trump-Regierung zwingen den chinesischen Anbieter in die Knie. Jetzt zieht Temu Konsequenzen.


Temu muss infolge der Zollvorschriften, die US-Präsident Donald Trump in den letzten Wochen verhängt hatte, erneut drastische Schritte im Geschäftsmodell vollziehen: Der Online-Marktplatz beendet den Direktversand chinesischer Waren in die USA. Artikel, die direkt aus China geliefert werden und die zuvor auf der Website angezeigt wurden, werden nun als nicht vorrätig gekennzeichnet, meldet der US-Nachrichtensender CNBC.

Abschaffung der Zollfreigrenze bremst Plattformen aus 

Am 2. Mai lief, nach einer Anordnung Trumps wie angekündigt, die sogenannte De-minimis-Regelung aus. Die Ausnahmeregelung bestand seit 2016 für Waren aus China, die im Wert von unter 800 Euro zollfrei in die USA eingeführt werden konnten. Stattdessen gelten nunmehr Einfuhrzölle in Höhe von 145 Prozent – was sich für die asiatische Plattform nicht rentiert. Schon in den letzten Wochen stiegen Preise bei Temu teils um 40 bis zu 100 Prozent an, während die Marktanteile deutlich zurückgingen. Und auch das intensive Marketing, das der Anbieter betreibt, fiel dieser Marktsituation zum Opfer: Mitte April schaltete Temu seine Shopping-Anzeigen bei Google ab.

Neben Temu trifft die Regelung auch den Fast-Fashion-Händler Shein. Das Unternehmen hatte seine Preise um teils über 350 Prozent angezogen und plant zudem laut Fashionunited offenbar, den für die erste Hälfte dieses Jahres geplanten Börsengang in London auf Eis zu legen.

Temu will Händler:innen aus den USA anbinden

Temu will die Verkäufe in den USA nun über lokale Händler:innen abbilden und habe diese zuletzt verstärkt rekrutiert: „Temu hat aktiv US-Verkäufer für die Plattform angeworben“, sagte ein Sprecher gegenüber CNBC. In Zukunft sollen die Preise für US-Kunden dennoch unverändert günstig bleiben.

Wegen der starken Einbußen auf dem US-Markt reagieren hiesige Händler:innen besorgt, dass Temu und Shein ihre Aktivitäten in Europa verstärken könnten. Politische Maßnahmen lassen dazu noch auf sich warten. Zwar ist die Aufhebung der Zollgrenze von 150 Euro beim Import in die EU bereits im Gespräch, eine Umsetzung wird jedoch noch dauern. Die Bundesregierung unter SPD und Grüne hatte zu Jahresbeginn außerdem einen Aktionsplan für den E-Commerce beschlossen, mit dem der nationale Online-Handel gestärkt werden soll.

Veröffentlicht: 05.05.2025
img Letzte Aktualisierung: 05.05.2025
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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Holger
06.05.2025

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Äh, der böse Trump wirkt, zumindest für die Amerikaner... Aber von denen wurde er ja auch gewählt, nicht von den selbst ernannten Rettern des Planeten aus Europa.
Emil Tischbein
06.05.2025

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Nun, da sollte sich die EU mal eine Scheibe abschneiden und eine geeignete Regelung treffen. Und nicht erst in 15 Jahren sondern in den nächsten 4 Wochen!