Temu und Shein: Preisanstieg um mehr als 300 Prozent

Veröffentlicht: 29.04.2025
imgAktualisierung: 29.04.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
29.04.2025
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Temu-App auf Smartphone
Primakov / Depositphotos.com
Bei den chinesischen Billigplattformen explodieren die Preise. Die Kosten für bestimmte Produkte haben sich teilweise vervierfacht.


Seit dem 25. April müssen Kunden der beiden Marktplätze Temu und Shein deutlich tiefer in die Tasche greifen. Beide Plattformen haben die Preise in den USA deutlich angehoben. Hintergrund ist eine Reihe neuer US-Importzölle auf Waren aus China – zum Teil bis zu 145 Prozent –, sowie die Abschaffung der sogenannten „de minimis“-Regelung, die bislang bei Sendungen unter 800 US-Dollar sämtliche Einfuhrabgaben verhinderte. In einer gemeinsamen Erklärung begründeten Shein und Temu ihre Entscheidung mit gestiegenen Betriebskosten infolge „aktueller Änderungen der globalen Handelsregeln und Zölle“, wie die Plattform Retailgazette berichtet.

Shein: Drastische Preisanpassungen um 377 Prozent

Der Fast-Fashion-Riese Shein hat seine Preise in verschiedenen Warengruppen angehoben, teilweise um mehrere hundert Prozent. Beispielsweise wird ein 10er-Pack Geschirrtücher, vormals für 1,28 US-Dollar angeboten, künftig für 6,10 US-Dollar verkauft – eine Steigerung von 377 Prozent. Gemäß Bloomberg-Daten verteuerten sich die 100 umsatzstärksten Beauty- und Gesundheitsartikel im Schnitt um 51 Prozent, während Haushaltswaren, Küchenartikel und Spielzeug um etwa 30 Prozent teurer wurden. Damenbekleidung, eine Kernkategorie des Anbieters, verzeichnete mit durchschnittlich acht Prozent Anstieg einen vergleichsweise moderaten Zuwachs.

Temu: Hohe Importgebühren auf einzelne Bestellungen

Konkurrent Temu wählte eine leicht abgewandelte Strategie: Statt Preiserhöhungen gibt der Online-Marktplatz Importgebühren gezielt an die Kunden weiter und schlägt die Kosten auf einzelne Bestellungen auf. Ein Sommerkleid beispielsweise, das ursprünglich 18,47 US-Dollar kostete, schlägt nun um 26,21 US-Dollar Gebührenaufschlag höher zu Buche und liegt bei 44,68 US-Dollar. Auch bei anderen beliebten Produkten übersteigen die neuen Gebühren oft den tatsächlichen Warenwert. So wird ein Stromverteiler, der 19,49 US-Dollar kostet, mit zusätzlichen 27,56 US-Dollar an Importsteuern belastet.

Durch die Ausweisung als separate Position wirkt die Verteuerung weniger versteckt als bei pauschalen Preislistenanpassungen.

Amazon erwartet ebenfalls höhere Preise

Mit den neuen Zollabgaben erhöhen sich die Logistik-, Lager- und Einfuhrkosten für Online-Händler massiv, was unmittelbar in Form von höheren Endpreisen an die Kunden weitergegeben wird. Auch bei Amazon sollen sich laut Wallstreet online bereits rund 900 Produkte verteuert haben. Die durchschnittlichen Zuschläge von knapp 30 Prozent fallen im Vergleich zu den Gebühren bei Temu und Shein allerdings noch moderat aus.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 29.04.2025
img Letzte Aktualisierung: 29.04.2025
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Thomas
30.04.2025

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Aha und warum ist das für uns in Deutschland oder Europe interessant?