Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

Temu will jetzt auch Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel verkaufen

Veröffentlicht: 07.07.2025
imgAktualisierung: 07.07.2025
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 2 Min.
07.07.2025
img 07.07.2025
ca. 2 Min.
Temu orange Tasche Paket mit Logo darauf, Winkel gerade Nahaufnahme darauf
PenguinLens / Depositphotos.com
Die chinesische Online-Plattform plant, ein weiteres Geschäftsfeld zu erobern und soll bereits um deutsche Lebensmittellieferanten werben.


Temu weitet sein Geschäft hierzulande zunehmend aus und hat dabei einen weiteren, lukrativen Geschäftsbereich im Visier: Die asiatische Billigplattform, die in Deutschland bisher vor allem im Non-Food-Bereich erfolgreich ist, will in den Handel mit Lebensmitteln, Getränken, Nahrungsergänzungsmitteln und Drogeriebedarf einsteigen. Dafür werbe Temu derzeit um deutsche und europäische Lieferanten von Lebensmitteln, etwa für Getränke und Süßwaren, wie u. a. die Lebensmittelzeitung (LZ) berichtet. Ein Team mit dem Fokus, dieses Angebot mit lokalen Anbietern auszubauen und diese gezielt anzusprechen, soll im Mai seine Arbeit aufgenommen haben.

Lieferanten: Zwischen Ablehnung und Chance

Allen voran kleinere Firmen habe Temu für potenzielle Partnerschaften kontaktiert – darunter beispielsweise die Nahrungsergänzungsmittelmarke Bears with Benefits, meldet n-tv. Co-Gründerin Marlena Hien, die eine entsprechende Anfrage über das Business-Netzwerk LinkedIn erhielt, reagiert mit Ablehnung: „Temu mag für viele Marken eine schnelle Reichweite und Absatz bringen – für uns steht das aber im direkten Widerspruch zu allem, wofür unsere Brand steht: undurchsichtige Lieferketten, aggressive Plattform-Strategien, Wegwerf-Mentalität statt Markenaufbau“, schreibt sie in einem LinkedIn-Post. „Es ist brandgefährlich, wie asiatische Billig-Plattformen den europäischen Markt fluten – oft an Regulierungen vorbei, unter Missachtung von Produktsicherheit, Nachhaltigkeit oder Arbeitsstandards“, kritisiert Hien.

Die Firma Wurstbaron aus Bayern hingegen berichtet von guten Erfahrungen auf der Plattform. Seit einigen Monaten sei man der LZ zufolge bei Temu aktiv und erziele „starke Verkaufszahlen“. Auch mit der Geschäftspartnerschaft sei man zufrieden. Lediglich bei der Präsentation in der App sei „Luft nach oben“.

Bedrohung für etablierte Händler:innen

Der Online-Lebensmittelhandel sowie der Verkauf von Supplements gelten im deutschen E-Commerce als Wachstumsbereich. Im vergangenen Jahr legten die Umsätze mit Lebensmitteln laut BEVH um 5,5 Prozent zu, bei Medikamenten um 6,3 Prozent. Nicht verwunderlich also, dass auch Temu in diesem Segment mitmischen will. Doch auch eine weitere Strategie steckt dahinter. „Lebensmittel und FMCG-Produkte führen zu regelmäßigen Bestellungen, fördern die Kundenbindung und führen zu hohen Wiederkaufraten“, erläutert der Distributions- und Handelslogistik-Experte Prof. Christoph Tripp in der DVZ zu Temus Vorgehensweise. Damit nähere sich die Plattform schrittweise an das Konsumverhalten europäischer Verbraucher:innen an. „Eine Vorgehensweise, die an die Anfänge von Amazon im europäischen Markt erinnert“, so Tripp. „Für den etablierten Lebensmittel-, Getränke und Drogeriewarenhandel bedeutet der Markteintritt von Temu eine potenzielle Bedrohung. Der bislang klar strukturierte Lebensmittelmarkt könnte durch den Eintritt eines derart digital getriebenen Preisbrechers tektonisch verschoben werden.“ Das betreffe vor allem Sparten, in denen Kund:innen verstärkt auf die Preise achten – etwa bei Trockenprodukten oder Beauty-Artikeln.

Darüber hinaus könnte Temus Vorhaben auch für die hiesige Landwirtschaft folgenreich sein, warnt agrarheute: Durch die günstigen Angebote auf der Plattform könnte sich der Preiskampf verschärfen, während die Betriebe hierzulande weiterhin hohe Produktionskosten haben.

Veröffentlicht: 07.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 07.07.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
0 Kommentare
Kommentar schreiben