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Nach Temu trifft es AliExpress: EU verschärft Vorgehen gegen Marktplätze

Veröffentlicht: 21.07.2026
imgAktualisierung: 21.07.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
21.07.2026
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ca. 2 Min.
AliExpress unter der Lupe
MarkoAliaksandr / Depositphotos.com
Wegen unzureichender Kontrolle illegaler und gefälschter Produkte hat die EU AliExpress zur bisher höchsten DSA-Strafe verurteilt.


Die Europäische Kommission hat gegen den Marktplatz AliExpress eine Geldbuße in Höhe von 550 Millionen Euro verhängt. Grund sind Verstöße gegen das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA): Nach Auffassung der Kommission hat AliExpress die Risiken durch illegale, unsichere und gefälschte Produkte auf seiner Plattform weder ausreichend bewertet noch wirksam eingedämmt. Es ist erst die dritte Geldbuße, die die Kommission auf Grundlage des DSA verhängt, und zugleich die bislang höchste.

Fehleinschätzung eigener Risiken

Die Kommission wirft AliExpress vor, den Umfang illegaler Angebote auf der eigenen Plattform unterschätzt zu haben. Bei der Bewertung habe sich das Unternehmen auf einen einzelnen Kennwert gestützt, der nur einen Teil der Moderationsmaßnahmen abbildete – ein verlässliches Gesamtbild sei so nicht entstanden. Zudem habe AliExpress die Wirksamkeit seiner automatisierten Erkennungssysteme überschätzt und nicht ausreichend geprüft, ob genug Personal für die Kontrolle der Angebote zur Verfügung stand.

Auch das sogenannte Markenautorisierungssystem, das den Verkauf von Fälschungen verhindern soll, sei nach Einschätzung der Behörde unwirksam, unterbesetzt und leicht zu umgehen gewesen. Kritisiert wurden außerdem die Empfehlungs- und Werbesysteme der Plattform, die die Sichtbarkeit illegaler Produkte nach Ansicht der Kommission zusätzlich erhöht hätten.

Bußgeld setzt sich aus zwei Teilen zusammen

Die Summe von 550 Millionen Euro gliedert sich in 110 Millionen Euro für die mangelhafte Risikobewertung und 440 Millionen Euro für unzureichende Gegenmaßnahmen. Die Kommission hatte das Verfahren im März 2024 eröffnet. Einen Teil der ursprünglichen Vorwürfe konnte AliExpress im Juni 2025 durch verbindliche Zusagen ausräumen. Als mildernden Faktor bei der Bußgeldberechnung nannte die Kommission die vergleichsweise junge Rechtsgrundlage des DSA – die Strafe hätte demnach auch höher ausfallen können.

Frist bis Oktober, weitere Strafen möglich

AliExpress muss der Kommission bis zum 20. Oktober 2026 einen Aktionsplan vorlegen, wie die festgestellten Verstöße behoben werden sollen. Für die vollständige Umsetzung sind zwölf Monate vorgesehen. Hält sich das Unternehmen nicht an die Entscheidung, drohen weitere Zwangsgelder. Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Kommission für Tech-Souveränität, erklärte laut Nachrichtenagentur Reuters, die Situation sei gefährlich für Verbraucher:innen und unfair gegenüber Unternehmen, die sich an die Regeln hielten.

Die Geldbuße gegen AliExpress fällt deutlich höher aus als frühere DSA-Sanktionen: X wurde im Dezember 2025 mit 120 Millionen Euro belegt, Temu im Mai 2026 mit 200 Millionen Euro.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 21.07.2026
img Letzte Aktualisierung: 21.07.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
1 Kommentare
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cf
22.07.2026

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Meinung: Die EU könnte die Strafen auch in den Milliarden-Bereich erhöhen ohne das es etwas bringt. Es wird ein Rechtsverstoß begangen, die EU gibt erstmal Zeit einen Maßnahmenplan zu erarbeiten und dann gemütlich ein Jahr das auszusitzen. Danach ist es noch immer nicht behoben und es gibt ein "du du du" mit erhobenem Zeigefinger und das Unternehmen klagt erstmal gegen die EU, was sich dann wieder über Jahre zieht. Schon spannend. Wenn ein kleiner Onlinehändler mal einen einzelnen Preis versehentlich falsch anzeigt, dann wird er mit Abmahnungen und Unterlassungserklärungen an den Rand der Insolvenz geklagt, bei den großen hat man aber Zeit.... Warum wird hier nicht genau so hart gespielt: Zahlen und ab sofort unterlassen oder es wird die Kohle aus der Unterlassungserklärung fällig. Wird nicht innerhalb von 4 Wochen alles geregelt, wird die Plattform geschlossen und gut.... Alternativ könnte es für kleine Unternehmen ja umgestellt werden, dass nur noch Behörden eine erste Ermahnung (kostenfrei) ausstellen können und erst wenn diese nicht in angemessener Zeit behoben wird, darf überhaupt irgendwer Abmahnen. DAS würde die Wirtschaft entlasten.