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Neue Studie zu Temu, Shein und AliExpress: Neuer EU-Zoll zeigt erste Wirkung

Veröffentlicht: 19.08.2026
imgAktualisierung: 19.08.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
19.08.2026
img 19.08.2026
ca. 2 Min.
China-Shops auf Smartphone
dimarik / Depositphotos.com
Eine Studie beziffert erstmals den volkswirtschaftlichen Schaden durch Temu, Shein und AliExpress und zeigt, was der Pauschalzoll bringt.


Der Boom asiatischer Billigplattformen hat einen konkreten Preis: Laut einer neuen Analyse der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) im Auftrag des Handelsverbands Österreich entgehen dem dortigen Handel durch die Verlagerung von Konsumausgaben zu Temu, AliExpress und Shein jährlich rund 570 Millionen Euro Bruttoumsatz und 171 Millionen Euro Bruttowertschöpfung. In Summe drückt das laut Studie das Bruttoinlandsprodukt um etwa 212 Millionen Euro und kostet mehr als 1.600 Arbeitsplätze.

Mittelstand besonders betroffen

Den größten direkten Wertschöpfungsverlust trägt demnach der heimische Handel selbst mit 58 Millionen Euro. Über Lieferketten und wirtschaftliche Verflechtungen sind aber auch andere Branchen wie Produktion, Bauwirtschaft und Gastronomie betroffen. Auffällig: Die Belastung trifft nicht nur Großunternehmen. Auf Kleinstunternehmen entfallen der Analyse zufolge 54 Millionen Euro Wertschöpfungsverlust – ein deutlich höherer Anteil, als man angesichts der Unternehmensgröße vermuten würde.

Harald Gutschi, Geschäftsführer von OTTO Austria und Leiter des HV-Fachforums eCommerce & Marktplätze, sieht darin einen strukturellen Nachteil für europäische Händler:innen: „Europäische Händler spielen nach europäischen Regeln, bezahlen faire Löhne und Steuern, finanzieren Qualität, Lehrstellen und Produktsicherheit. Zugleich konkurrieren sie mit asiatischen Plattformen, bei denen geltendes EU-Recht vielfach nur auf dem Papier existiert. Das ist ein systematischer Standortnachteil für heimische Unternehmen.“

EU geht verstärkt gegen Plattformen vor

Allerdings ist die EU nicht untätig. Die EU-Kommission verhängte am 20. Juli eine Geldbuße von 550 Millionen Euro gegen AliExpress wegen eines Verstoßes gegen den Digital Services Act. Gegen Temu wurde Ende Mai eine Strafe von 200 Millionen Euro wegen des Vertriebs illegaler Produkte ausgesprochen. Shein wiederum wurde in Frankreich mit 22 Millionen Euro wegen Problemen bei Retouren und Bestellungen sowie zuvor mit 40 Millionen Euro wegen irreführender Rabattangaben belegt.

Erste Wirkung des EU-Pauschalzolls

Ein konkretes Ergebnis zeigt sich laut Verband bereits: Seit dem 1. Juli 2026 gilt in der EU ein Pauschalzoll von drei Euro auf Kleinsendungen aus Drittstaaten. Nach Angaben der Österreichischen Post ist das Paketvolumen aus Fernost seither im Schnitt um 26 Prozent zurückgegangen. Der Handelsverband wertet das als wichtigen Etappenerfolg, warnt aber vor verfrühter Entwarnung: Die Plattformen würden ihre Geschäftsmodelle bereits anpassen, etwa durch neue Lager innerhalb der EU, wodurch sich der Effekt des Zolls mittelfristig relativieren könnte. Ähnliche Befürchtungen äußerte kürzlich auch DHL.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 19.08.2026
img Letzte Aktualisierung: 19.08.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
14 Kommentare
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Sascha Ballweg
31.08.2026

Antworten

Es ist unbedingt wichtig, dass für Produkte mit fehlenden oder gefälschten Zertifizierungen wie CE (ohne Kennziffer (Notified body)) aber auch MDR, FDA, WEEE, GPSR konsequent eine Plattformhaftung eingefordert und durchgezogen wird. Spätestens wenn es um die Sicherheit von Verbrauchern geht (und damit um Leib und Leben) dürfen hier keine Kompromisse gemacht werden und die Plattformen müssen mit hohen Strafen rechnen! Wer also Produkte mit fehlenden oder per Abgleich leicht als gefälscht erkennbaren Zertifizierungen auf die Plattform nimmt, muss ohne wenn und aber zahlen. Immerhin verdienen die Plattform ja ordentlich mit.
Kai
23.08.2026

Antworten

Eine sehr einseitige Analyse denn durch den Massiven Rückgang entsteht nicht automatisch mehr Umsatz bei EU-Händlern. Die Umsätze bleiben nun schlicht auf den Koten der Kunden liegen und die Steuereinnahmen verringern sich. Somit werden wir sehr bald höhere Konsumsteuern sehen. Weshalb sollte der Kunde auch nun einem EU-Händler unter massiven Aufschlag die Chinesische Ursprungsware abnehmen!? Hier sieht man Handel und Politik halten die Menschen und Kunden für dämlich. Die Lobyisten haben hier wieder ganze Arbeit geleistet und vielen klein Unternehem und Reperaturbetrieben sinnbildlich eine Axt ins Bein gejagt. Ganz nebenbei wird durch weniger Reperaturen mehr Müll produziert.
Wolfgang
23.08.2026

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Man darf nicht vergessen, dass es nicht nur TEMU und Co., sondern auch Alibaba und auch die ansässigen Firmen, die in direkten Kontakt mit China und Co stehen und dort Ihre Ware für den EU-Markt kaufen. Das ist nichts anderes, wie TEMU und Co !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Wir tragen ALLE etwas dazu bei die Bruttowertschöpfung zu mindern.
Chrissi
22.08.2026

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Korrekt. So viel, das wir hier kaufen. Kommt aus China. Da kräht kein Hahn nach, warum sollen wir die Zwischenhändler teuer bezahlen, es gibt halt noch Menschen, die nicht so viel Geld haben. Dennoch kann ich auch die Gegenseite verstehen.
ingo
22.08.2026

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Der Schaden ist viel Größer und es wiord nicht alles Aufgedeckt die Chinesen verkaufen auch auf Amazon und umgehen die Mwst. da der Sitz in china oder Hongkong ist. eigentlich sollten in Europa nur europäische Plattformen zugelassen werden die hier auch Steuern bezahlen . Dazu kommt das wir von USA abhängig sind dazu und der Ami bei uns mit verdient auch ohne Steuern. Aber unsere Politiker schlafen bzw. frag ich mich sind die auch Korrupt und schauen nur nach Sich siehe Spahn , Gesetze verabschieden und dann in den USA umgehen und weiter im Bundestag sitzen und immer noch mit abstimmen. Eigentlich gehört er ins Gefängnis da er sich da Strafbar gemacht hat.
Dietmar
22.08.2026

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... bei fast allen Waren die man regulär in der EU Kauft steht mit in China, Pakistan, etc. drauf. Warum bei einem Händer innerhalb der EU Kaufen und teilweise zu einem 10fach höheren Preis??? Der Hersteller in China & Co. verdeihnt eher weniger, was wieder zu lasten von Umweltstandartds und Arbeitnehmerrechten in den Ländern führt ... was eigentlich auch von der EU auch nicht gewollt ist (Lieferkettengesetz) ... Diese Pauschalzölle sind der absolut falsche Weg um den globalen Handel zu vereinheitlichen ... Schönes rechenbeispiel: Lavendelkapseln: ca.50 Stück in Deutschland ca. 30 Euro, in Amerika ca. 15 Euro (+ bis zu 50 Euro Versand!) das gleiche Produkt als Import aus China (hergestellt in USA) ca. 6 Euro + 3 Euro Versand. Hier sollte sich die Politik andere Wege einfallen lassen, und ob dadurch mehr Zollbeamte eingestellt werden (wie in DE propagiert) die die Päckchen überprüfen bleibt fraglich ...
Michael
22.08.2026

Antworten

Ja, funktioniert spitze. Als Endverbraucher bestelle ich derzeit nicht bei Ali und Co. Ich bestelle dann aber auch nicht alternativ in Deutschland. Nein, ich warte ab, bis endlich die EU-Lager gut gefüllt sind. Und bei den Händlern funktioniert es auch super. Die verkaufen nicht mehr in andere EU-Länder dank des PPWR. Hat Brüssel wieder saubere Arbeit geleistet.
G.
21.08.2026

Antworten

Das was ich bei Temu gekauft habe bisher, würde ich hier niemals kaufen. Genau die gleichen Artikel werden hier mit teilweise mit über 1000% Aufschlag verkauft. Da bleibt das Geld lieber auf dem Konto statt die Sachen hier zu kaufen.
Andreas
21.08.2026

Antworten

Alles schön und gut. Aber nichts desto trotz sind es am Ende trotzdem die Produkte aus China die in den Läden stehen. Auf welchen Etiketten steht denn heutzutage noch Made in EU oder Germany. Wie oft habe ich schon Sachen bestellt und es wurde lediglich umverpackt. Da kann ich es auch gleich in China bestellen....
Ramona
21.08.2026

Antworten

Wenn man in anderen Läden einkaufen geht bekommt man auch nur die Sachen von China. Für die armen Menschen wird nicht gedacht
Uulrike
20.08.2026

Antworten

Da kann sich mal ein sterblicher was leisten und promt wir es teuerer Wo doch viele sachen in china hergestellt werden und hier teuer verkauft
Andree
20.08.2026

Antworten

Ja da hat man was erreicht und dann gleich mit der PPWR wieder umgeworfen. Viele Europäer bekommen keine Ware mehr von Ihren Lieferanten aus Drittstaaten und versenden in viele Eu Länder nicht mehr. Weniger EU Angebot, der dann wieder mit den Chinesen ausgeglichen wird. Tolle Leistung
Schlüter
20.08.2026

Antworten

Ja, die Wirkung ist, das wir auf reguläre Luftfrachtware von unseren Lieferanten nun teilweise Wochen warten müssen.
Maria Preuß
21.08.2026
Ich hatte bei Amazon bestellt. Die Lieferung kam. Ich öffnete die Umverpackung und zum Vorschein kam eine graue Temu Tüte. So viel zu diesem Thema, mir fehlen die Worte