Retouren-Flut: Zalando sperrt ab sofort systematisch Kunden

Veröffentlicht: 22.09.2025
imgAktualisierung: 22.09.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
22.09.2025
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Zalandopaket
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Der Modehändler greift ab sofort konsequent durch und sperrt Kunden mit zu vielen Retouren. Dabei hilft ein neues Warnsystem.


Bestellen, anprobieren, Unpassendes retournieren – dieses System hat sich seit vielen Jahren im Online-Modehandel etabliert. Auch Zalando bietet seit seiner Gründung im Jahr 2008 den Kunden einen einfachen und schnellen Retourenprozess an. Allerdings nutzen immer mehr Kunden dieses großzügige Rückgaberecht aus, sodass der Konzern vor einigen Monaten seine AGB aktualisiert hat, um das Problem der Vielretournier zu beheben.

„Unverhältnismäßig hohe Rücklaufquoten sind nicht nur für Zalando eine Herausforderung, sondern ein weit verbreitetes Problem in der gesamten Mode-E-Commerce-Branche. Und das hat seinen Preis: Es beeinträchtigt die Produktverfügbarkeit für andere Kunden, belastet unsere Betriebsabläufe und Partner und trägt zu vermeidbaren Umweltbelastungen bei“, schreibt der Modehändler dazu. Deswegen leitet das Unternehmen jetzt drastische Schritte ein, um gegen Kunden mit einer hohen Retourenquote vorzugehen.

Neues Warnsystem alarmiert die Kunden

Zalando hat dafür ein neues Warnsystem eingeführt. Kunden, deren Rückgabequote deutlich über dem Durchschnitt liegt, erhalten eine E-Mail, die sie auf ihr Verhalten hinweist. Damit soll ihnen die Chance gegeben werden, ihr Einkaufsverhalten zu reflektieren, hilfreiche Informationen zur Vermeidung von Rücksendungen zu nutzen und Anpassungen vorzunehmen, bevor strengere Maßnahmen folgen.

Bleibt das auffällige Verhalten trotz Warnung bestehen, greift Zalando zu Einschränkungen. Dazu gehören Maßnahmen, die das Einkaufserlebnis der betroffenen Kunden begrenzen. In besonders schweren Fällen und wenn das Verhalten in Sachen Rücksendungen konsequent fortgesetzt wird, kommt es zu einer Sperrung des Kundenkontos für 12 Monate.

Während dieser Sperre sind zwar keine neuen Käufe möglich, doch der Zugriff auf bestehende Bestellungen, die App sowie Datenschutzfunktionen bleibt erhalten. Diese Regelungen betreffen allerdings nur eine kleine Minderheit, sodass die Mehrheit der Kundschaft keine Änderungen spürt.

Tausende Kundenkonten gesperrt

Bereits im April ist Zalando gegen den übermäßigen Gebrauch von Retouren vorgegangen und hat rund 10.000 Konten gesperrt. Das neue Warnsystem hilft Nutzern ab sofort dabei, ihr Einkaufsverhalten zu ändern, noch bevor es zu einer solchen Sperre kommt.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 22.09.2025
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8 Kommentare
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M.Jagielska
23.09.2025

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Da reibt man sich doch verwundert die Augen, dass selbst die "Großen", die nachweislich nur Centbeträge für ihre Pakete bei den Paketdiensten bezahlen, endlich anfangen, diesen Retourenwahnsinn (der auch ökologischer Irrsinn ist) und nur noch funktioniert, weil ein ganzes Heer von Niedriglöhnern und prekär Beschäftigten die "Dienstleistung" ermöglicht, in Frage zu stellen und als Kostenfaktor zu entdecken. Da kann der weibliche Vorstadtprimat in Zukunft vielleicht nicht mehr so oft schreien vor Glück, wenn der Postbote vor der Tür steht. Ironiemodus aus !
Andree
23.09.2025

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Aha, würd mich nicht wundern, wenn das nicht statthaft ist, weil es dafür sorgt, dass Kunden Ihr Recht auf Widerruf nicht wahrnehmen. Ich meine, dass man einfach ohne Warnung sperren muss.
Bettina
23.09.2025

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Tja, Zalando war doch einer der ersten der das ganze angeleiert hat. Kostenloser Hin- und Rückversand, das sind nun die Früchte die sie tragen. Die Käufer wurden doch dazu erzogen, kaum noch eine Produktbeschreibung zu lesen, oder sich Gedanken zu machen welche Größe die Käuferschaft wählt. Gleich mehrere Teile bestellt, denn den Rest kann man ja KOSTENLOS zurücksenden. Aufgrund dessen, meinen die ganzen Käufer, dass auch alle anderen Shop-Anbieter nur noch kostenlosen Hin- und Rückversand anbieten müssen. Diese ganze bedenkenlose Retouren der Käuferschaft ist eine riesengroße Belastung für alle Unternehmer! Von der Umwelt ganz zu schweigen! Hier unternimmt die tolle EU nichts, nein, sie unterstützt ja die Käuferschaft immer mehr mit ihren tollen Gesetzen usw.
Yvonne
23.09.2025
Betina, da haben Sie zu 100% Recht
K.I
23.09.2025
Meinung: genau so ist das! Auf Amazon und OTTO wird auch jeder Händler zur kostenlosen Retoure vergewaltigt! Die Geister die Ich rief!
Alex
23.09.2025
Genau so ist es. Die Entwicklungen hinsichtlich gestiegener Werbekosten, chinesischer Billiganbieter etc. sind ein großes Problem. Aber unser größtes Problem ist die Entwicklung der Kundschaft. Bei uns hat sich die Retourenquote innerhalb der letzten 10 Jahre knapp verdreifacht. Und wir sind nicht im Mode-Bereich tätig. Zahlreiche Sinnlos-Retouren, weil Beschreibungen nicht gelesen wurden etc. Vor allem aber auch die Anzahl der Pakete, die einfach aus Filialen oder Packstationen nicht abgeholt werden, ist bei uns drastisch gestiegen - das erachtet die / unsere Kundschaft (U30) inzwischen offenbar als normal.
M.Jagieska
23.09.2025
Bettina, sie wissen schon, dass in dieser EU traditionell immer die Konservativen, also die Fraktion aus der auch unser neuer Bundeskanzler kommt die Mehrheit hat ? Ein Schelm, wer böses dabei denkt !
Sigi
23.09.2025
jawohl! das war es, die i*****e Schrei vor Glück Werbung für kostenlosen Versand von vor 15 Jahren. die hatten die Kunden jahrelang so "erzogen", und kleinere shops damit erledigt. fällt jetzt ausnahmensweise auf die Richtigen zurück. noch nie bei denen bestellt, bin aber am überlegen ob ich nicht auch mal bei "retouren -Kontingent bis man gesperrt wird" mitmache, wegen Anbieter umerziehen.