Die Otto Group hat sich gegen eine Fortsetzung der Online-Aktivitäten in den Niederlanden entschieden. Bereits seit 1979 war der Konzern als Versandhändler im Land aktiv, 2012 wurde schließlich auf das reine Online-Geschäft umgestellt. Damit war „Otto“ zwar ein bekannter Name im Land. Doch scheint sich der niederländische Online-Shop nicht länger zu rentieren: Der Konzern zieht sich mit seinem Online-Geschäft komplett aus dem Markt zurück, wie zunächst die Lebensmittelzeitung berichtete.

Kein Marktplatz-Modell in den Niederlanden

Ein Otto-Sprecher begründet die Entscheidung mit „erheblichen Betriebsverlusten und fehlenden wirtschaftlichen Perspektiven“, heißt es bei Ecommercenews.eu mit Verweis auf das niederländische Branchenportal RetailTrends. Demnach musste der Konzern im Land „anhaltende Verluste“ hinnehmen und es mangele an Perspektiven.

Während man hierzulande das Marktplatz-Modell etablierte, konnte man sich damit im Nachbarland nicht durchsetzen und blieb bei einem klassischen Einzelhandelskonzept. Das reichte offenbar nicht aus. Gemessen am Umsatz kommt Otto zwar unter die Top 100 besten Online-Händler (Twinkle100-Liste, basierend auf den Umsatzzahlen von 2023) in den Niederlanden, rangiert allerdings auf Position 46. Deutlich erfolgreicher läuft es im Gegenzug für die deutschen Konkurrenten Zalando (Rang 4) oder Wehkamp (Rang 7). Letzterer hatte zu einem ähnlichen Zeitpunkt wie Otto das niederländische Online-Geschäft gestartet.

Neben Otto.nl wird auch die niederländische Website der zum Otto-Konzern gehörenden Marke Lascana abgeschaltet. Wann genau der Betrieb allerdings jeweils eingestellt wird, ist nicht bekannt.

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