Gefälschte Produkte und andere Verstöße gegen geistige Eigentumsrechte sind auf großen chinesischen E-Commerce-Plattformen wie Temu, AliExpress und Shein ein immer größeres Problem. Vor allem Plagiate sind auf den Billigplattformen weit verbreitet. Im Rahmen einer Untersuchung testete die Information Technology and Innovation Foundation (ITIF) in den USA insgesamt 51 verdächtige Produkte und stellte fest, dass 24 davon – darunter vor allem Luxusgüter, Kosmetik und Haushaltswaren – mutmaßliche Fälschungen waren.

Besonders problematisch: Die Inspektionen durch den US-Zoll- und Grenzschutz zeigten erhebliche Schwächen, insbesondere bei Waren, die von Plattformen wie Temu und Shein stammen. Diese Lücken in der Kontrolle erleichtern den Handel mit nicht lizenzierten Produkten und stellen eine Gefahr für Verbraucher:innen und Unternehmen dar.

Marktplätze sollen stärker kontrolliert werden

Der ITIF-Bericht hebt systematische Schwachstellen bei der Durchsetzung von Gesetzen zum Schutz des geistigen Eigentums sowie der Verbraucherrechte hervor. Die Publikation fällt mit der Kommentierungsphase des Amts des US-Handelsbeauftragten (USTR) für die „Notorious Markets List 2025“ zusammen – eine Liste, die weltweit problematische Marktplätze identifiziert.

Die Organisation fordert, Temu, AliExpress und Shein offiziell als „Notorious Markets“ einzustufen, um sie so stärkeren Regulierungen und Kontrollen unterziehen zu können. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählen unter anderem der Einsatz von KI-gestützten Technologien zur Erkennung gefälschter Produkte sowie die Einrichtung eines zentralen Beschwerdezentrums für importierte Fälschungen. Ziel ist es, effektive Mechanismen zu schaffen, die sowohl die Verbreitung von Fälschungen eindämmen als auch die Sicherheit der Verbraucher gewährleisten.

Fälschungen: Mehr als nur Einzelfälle

„Die Verbreitung von Fälschungen auf Temu, AliExpress und Shein ist mehr als eine Reihe von Einzelfällen. Sie spiegelt ein grundlegendes Versagen dieser Plattformen wider, der Bekämpfung von Fälschungen Priorität einzuräumen, was zu schlechten Ergebnissen für Marken und Verbraucher gleichermaßen führt“, sagte Eli Clemens, ITIF-Politikanalyst und Autor des Berichts.

„Gefälschte Produkte schaden nicht nur der Wirtschaft, sondern stellen auch potenzielle Sicherheitsrisiken für Verbraucher dar“, betont Clemens weiter. Der Bericht unterstreicht die Dringlichkeit eines umfassenden Vorgehens und fordert von den verantwortlichen Behörden eine striktere Überwachung und Regulierung dieser Plattformen.

In der EU sehen sich chinesische Anbieter mit ähnlicher Kritik konfrontiert. Die Sperrung von China-Produkten durch Zollbehörden befindet sich derzeit auf einem Rekordhoch

Artikelbild: http://www.depositphotos.com