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Fälschungen auf Marktplätzen: Temu verweist auf mehr Überwachung

Veröffentlicht: 15.07.2026
imgAktualisierung: 15.07.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
15.07.2026
img 15.07.2026
ca. 2 Min.
Temu-App
Primakov / Depositphotos.com
Temu meldet ausgebaute Maßnahmen gegen Marken- und Urheberrechtsverstöße – vor dem Hintergrund wachsender Kritik.


Temu hat sein System zum Schutz geistigen Eigentums ausgebaut. Laut dem aktuellen „Intellectual Property Protection Report 2026“, der den Zeitraum von Juni 2025 bis Mai 2026 abdeckt, überwacht die Plattform inzwischen proaktiv mehr als 15.000 Marken – dreimal so viele wie im Vorjahr.

Nach Unternehmensangaben stieg das Verhältnis proaktiver Entfernungen zu reaktiven Takedowns von etwa 200:1 auf 331:1. Die zugrunde liegende Erkennungsdatenbank umfasst inzwischen mehr als 47 Millionen Bilder und 9,5 Millionen Keywords – ein mehr als neunfacher Zuwachs bei der Bildabdeckung binnen eines Jahres. IP-Beschwerden bearbeitet Temu nach eigenen Angaben im Schnitt innerhalb von 24 Stunden.

Prüfung schon beim Seller-Onboarding

Ein wesentlicher Teil der Maßnahmen setzt bereits vor der Listung an: Mehr als 40 Prozent der neuen Verkäufer-Anträge wurden im Berichtszeitraum wegen nicht bestandener Verifizierung abgelehnt. Zudem schloss die Plattform über 16.000 Shops wegen wiederholter Marken- oder Urheberrechtsverstöße. Jedes Produktangebot wird vor der Veröffentlichung mit der Erkennungsdatenbank abgeglichen und auch danach weiter beobachtet. Eine zusätzliche Funktion blockiert nach Unternehmensangaben täglich mehr als 80.000 Suchanfragen nach Begriffen wie „Fälschung“ oder „1:1-Kopie“.

Zusammenarbeit mit Marken und Verbänden

Über die 2024 gestartete Brand Guardian Initiative arbeitet Temu mit mehr als 3.000 Marken zusammen, darunter rund 500 kleine und mittlere Unternehmen – unabhängig davon, ob diese selbst auf Temu verkaufen. Zudem kooperierte Temu im Berichtszeitraum mit mehr als 130 Branchenverbänden, darunter seit April 2026 auch die International Anti-Counterfeiting Coalition. Ein Temu-Sprecher erklärt: „Wir wollen Verstöße früh stoppen – bevor Markeninhaber und Urheber davon betroffen sind.“

Der Kontext: Wachsender regulatorischer Druck in der EU

Die Selbstdarstellung als proaktiver Vorreiter beim Markenschutz lässt sich nicht losgelöst vom aktuellen regulatorischen Umfeld lesen. Erst Ende Mai 2026 verhängte die EU-Kommission eine Geldbuße von 200 Millionen Euro gegen Temu, weil das Unternehmen die Risiken durch illegale Produkte auf seiner Plattform nicht angemessen bewertet und bekämpft habe. Grundlage waren unter anderem Testkäufe, bei denen ein sehr hoher Anteil geprüfter Ladegeräte grundlegende Sicherheitstests nicht bestand und ein hoher Anteil von Baby-Spielzeug gesetzliche Chemikalien-Grenzwerte überschritt.

Bis zum 28. August 2026 muss Temu der Kommission einen Aktionsplan zur Behebung der Verstöße gegen seine Risikobewertungspflichten vorlegen. Vor diesem Hintergrund liegt die Einschätzung nahe, dass der jetzt vorgelegte IP-Bericht auch als Signal an Regulierer und Öffentlichkeit zu verstehen ist – weniger als freiwillige Selbstverpflichtung denn als Reaktion auf wachsenden politischen und wirtschaftlichen Druck in Europa.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 15.07.2026
img Letzte Aktualisierung: 15.07.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

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