Ebay: „Wir sind das Gegenteil von Temu und Shein“

Veröffentlicht: 25.07.2025
imgAktualisierung: 25.07.2025
Geschrieben von: Ricarda Eichler
Lesezeit: ca. 2 Min.
25.07.2025
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ca. 2 Min.
Das Ebay Logo in großen Buchstaben vor einem Unternehmensgebäude.
360ber / Depositphotos.com
Chinesische Marktplätze vergrößern ihre Marktanteile immer weiter. Bei Ebay fühlt man sich davon jedoch nicht bedroht.


Ebay sieht in den stark wachsenden Plattformen Temu und Shein keine unmittelbare Bedrohung für das eigene Geschäftsmodell. Das sagte Ebay-Deutschland-Chefin Saskia Meier-Andrae jetzt in einer Folge des n-tv-Podcasts So techt Deutschland. Neben einer unterschiedlichen Marktsegmentierung sieht sie vor allem auch das eigentliche Geschäftsmodell Ebays als deutlichen Vorteil.

Temus Wachstum kam nicht ohne Preis

Bereits seit dem hiesigen Start im Jahr 2023 scheint es für Temu praktisch nur eine Richtung zu geben: nach vorne. Das untermauert Podcast-Moderatorin Frauke Holzmeier mit Zahlen von Statista: Amazon und Ebay sind weiterhin die Platzhirsche, mit 77 respektive 36 Prozent Anteil der Online-Käufe. Doch an diesem Status hat sich länger nichts getan, er stagniert.

Im Kontrast dazu konnte Temu seine Anteile innerhalb der letzten sechs Monate nahezu verdoppeln, von knapp 14 auf mittlerweile 27 Prozent. Meier-Andrae verweist in diesem Kontext auf die Zollstreitigkeit zwischen China und den USA. Denn seit Beginn dieser verlagerte Temu einen Großteil seines einstigen US-Geschäfts nach Europa, um eben jenen Zöllen zu entgehen.

Diese Bemühungen gingen aber auch mit starken Ausgaben in Sachen Vermarktung einher. Temu mag seine Anteile vergrößert haben, das aber nicht ohne einen Preis. Einen Preis, den Ebay hierzulande gar nicht nötig zu haben scheint. Denn das Gros des Traffics kommt hier ganz organisch. Marketing dient mehr dem Brandbuilding als der Reichweitensteigerung.

Was Ebay von Temu unterscheidet

Doch auch das Geschäft der beiden Marktplätze unterscheidet sich laut Meier-Andrae fundamental. Während Temu vor allem auf Fast Commerce setzt, bedient Ebay eher den Re-Commerce. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Zusammenarbeit mit den Händler:innen.

Deren Erfolg ist unser Erfolg. Wir stehen niemals in Konkurrenz“, betont die Ebay-Chefin. Dafür ist es unerlässlich, eng mit den Shops zusammenzuarbeiten und deren Erfolge zu ermöglichen. Ein Mittel dazu sei das Ebay Top-Service-Badge, welches Shops mit besonders hoher Kundenzufriedenheit auszeichnet. Dadurch werden auch Verbraucher:innen ermächtigt, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, wo sie einkaufen möchten.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 25.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 25.07.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Ricarda Eichler

Ricarda Eichler

Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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Katja
07.03.2026

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Das ist echt lächerlich. Gerade schießen "private" Verkäufer bei Ebay und anderen Plattformen wie Pilze aus dem Boden, die TemuScheiße völlig überteuert anbieten
ralf
28.07.2025

Antworten

Glaubt das Ebay wirklich? Die Umsätze gehen bei ebay immer weiter zurück. Stattdessen macht ebay den Händler immer mehr Advertising Angebote, die auch nötig sind um den Umsatzrückgang zu verlangsamen. Betonung liegt auf verlangsamen. Eine Steigerung gibt es nicht, wenn dann nur kurzfristig. Auch bei Mitbewerbern sehe ich mehr Advertising Angeboten, allerdings sehe ich auch dort einen großen Umsatzrückgang. Erkennt man gut wenn man auf mehreren Kanälen verkauft. Beipiel bei uns. Wir haben auf Amazon nur die Hälfte an Artikel, wie bei Ebay. Der Umsatz ist dort aber 3 x so hoch wie bei ebay. Hätten wir dort die selbe Menge wie bei eBay wären es wohl das 6fache. Jetzt kommts. Bei Ebay geben wir schon ordentlich Geld für Advertising aus um das Drittel gegenüber Amazon zu halten, tendenz des Umsatz ist aber trotz der Ausgaben weiter sinkend. Bei Amazon geben wir nicht einen einzigen Cent für Advertising aus. Alles rein organisch. Und da haben wir eher eine Tendenz nach oben. Von daher redet sich Ebay die Welt schön, aber Ebay verdient ja nicht mehr so sehr an den Verkäufen sondern eher am Advertising der Händler.