Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

Ebay ändert Berechnungsgrundlage für Basis-Anzeigen

Veröffentlicht: 23.01.2025
imgAktualisierung: 23.01.2025
Geschrieben von: Ricarda Eichler
Lesezeit: ca. 2 Min.
23.01.2025
img 23.01.2025
ca. 2 Min.
Ebay-Seite auf einem Tablet
FreerLaw / Depositphotos.com
Ebay schraubt an seinem Advertising-Angebot. Bei Basis-Anzeigen kann es künftig auch ohne Klick des späteren Käufers zur Abrechnung kommen.


Der Marktplatzanbieter Ebay bietet Händler:innen, welche Premium-Anzeigen nutzen, bereits ab dem 26. Februar die Möglichkeit, diese mit dem Zugang zur obersten Anzeigenposition noch sichtbarer zu machen. Wer dagegen jedoch nur Basis-Anzeigen nutzt, muss sich auf eine veränderte Berechnungsgrundlage einstellen. Denn wenn ein bestimmter Artikel beworben wird, dann werden ihm künftig eingehende Verkäufe direkt zugeordnet – unabhängig davon, ob der oder die Käufer:in denn eigentlich auf die Anzeige geklickt hatte oder nicht.

Abrechnung nur bei Verkauf

Das Ziel von Anzeigen ist es, Kund:innen zum Kauf zu bewegen. Mit seiner neuen Zuordnung legt Ebay diese Vorstellung nun etwas weiter aus. Denn Anzeigen mit Basis-Strategie werden hier jetzt auch dann berechnet, wenn der oder die eigentliche Käufer:in nie auf die betreffende Anzeige geklickt hat. Maßgeblich ist stattdessen, dass die Anzeige im Zeitraum von 30 Tagen „mindestens einmal“ geklickt wurde.

Ganz konkret heißt dies Ebay künftig: „Ausschlaggebend ist, dass der Artikel sowohl zum Zeitpunkt des Klicks als auch des Verkaufs beworben ist und dessen Anzeige innerhalb der letzten 30 Tage mindestens einmal angeklickt wurde.“

Von der Änderung verspricht sich Ebay eine einfachere Berichterstattung und bessere Kontrolle über die Ausgaben.

Steigende Werbeausgaben könnten drohen

Die neue Zuordnungslogik betrifft ausschließlich Angebote, welche auf dem Marktplatz ebay.de eingestellt werden. Die Neuerung soll am 26. Februar 2025 in Kraft treten. Berechnet werden allerdings auch Klicks, welche bis zu 30 Tage vor Inkrafttreten stattfanden.

Das bedeutet, wenn ein Produkt derzeit beworben wird und beispielsweise morgen eine Person auf diese Anzeige klickt, dann wird dieser Klick eventuell nach dem 23. Februar noch berechnet. Denn wird der Artikel am 23. Februar verkauft, fällt der Klick von morgen (24. Januar) exakt in die besagten 30 Tage. Dieser Klick, der in keinerlei Zusammenhang mit dem Kauf steht, würde dem oder der Händler:in hier also nachträglich berechnet werden.

In einem FAQ unterhalb der Ankündigung räumt Ebay ein, dass es hierbei zu steigenden Werbeausgaben kommen kann und empfiehlt daher die regelmäßige Analyse der genutzten Werbestrategie.

Premium-Anzeigen erhalten mehr Sichtbarkeit

Eine Möglichkeit zur Änderung der Strategie liefert der Konzern direkt mit und stockt beim Angebot der Premium-Anzeigen auf. Diese können ebenfalls ab dem 26. Februar von der erhöhten Sichtbarkeit der obersten Anzeigenposition innerhalb der Suchergebnisse profitieren. Bereits laufende Kampagnen werden ab dem Stichtag automatisch mit in der Position aufgenommen.

Ebay Anzeigenmodell: Händler genervt

Die Neuerung kommen zu einem Zeitpunkt, zu dem das Thema Anzeigen unter der Händlerschaft auf Ebay nicht gerade auf positive Stimmung trifft. So zeigen sich Händler:innen in einschlägigen Online-Foren genervt von der Flut an Anzeigen, welche oft das eigene Angebot überlagern.

Ein frustrierter OHN-Leser kommentierte unter dem Bericht dazu: „Man hat als Verkäufer das Gefühl, dass der eigene, bereits beworbene Artikel bloß wieder von anderer bezahlter Werbung verdrängt werden soll.“ 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 23.01.2025
img Letzte Aktualisierung: 23.01.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Ricarda Eichler

Ricarda Eichler

Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.

KOMMENTARE
8 Kommentare
Kommentar schreiben

RalfK
27.01.2025

Antworten

Das schlimmste bei den ganzen Anzeigen-Dschungel ist, wenn bei einem Verkauf da steht "Verkauft über Anzeigen", dann sollte Ebay auch nachweisen können, das tatsächlich über eine Anzeige ein Verkauf geniert wurde. Und das kann m.E. Ebay nicht. Wenn Ebay für einen Verkauf über Anzeigen, Geld haben will, dann sollte auch ein Beweis dafür erfolgen. Es wäre mal Interessant was ein Jurist vom Händlerbund dazu sagen würde.
Claudia
25.01.2025

Antworten

Ich habe gestern sämtliche Anzeigen abgeschaltet. Natürlich werde ich nicht mehr gezeigt, macht aber auch schon keinen Unterschied mehr. Ich habe mittlerweile ein Drittel Transaktionskosten vom Bruttoumsatz nur für Ebay! Mir reichts. Ich habe immer nur auf Marktplätzen verkauft, um einigermaßen rechtssicher zu sein, was nach der GPSR auch nicht mehr relevant ist , wie man an Ebays dilettantischer Vorgehensweise sieht. Ich werde jetzt einen Onlineshop einrichten. Die Energie , die ich in Ebay aufgewendet habe, kann ich besser in meine Unabhängigkeit stecken. Kaum hat man bei Ebay Artikel gut platziert, kommen die mit irgendeiner Umstellung daher und die ganze Arbeit ist dahin. Ich weiß nicht, wie oft mir das in den ganzen Jahren passiert ist.
Bodo
24.01.2025

Antworten

Was ich nicht ganz verstehe: Bisher war es ja schon so, dass, wenn ein Kunde auf unser Anzeige geklickt hat, dann aber erst bis zu 30 Tage später womöglich einen völlig anderen Artikel als den zuvor angeklickten gekauft hat (und sei es auch durch direkte Suche und nicht erneut über eine Anzeige), wir die Anzeigengebühr berechnet bekamen. Wir hatten schon einen Fall, dass ein Kunde bereits seit etwa einem halben Jahr regelmäßig alle 3 Wochen einen bestimmten Artikel bestellt. Für jeden Verkauf an diesen Kunden wurden uns Anzeigengebühren berechnet. Als wir den Kunden dann einmal gezielt darauf ansprachen, weil es uns einfach interessiert hat, meinte er, er sei beim ersten Mal über eine Anzeige bei Google auf uns gestoßen, seitdem habe er aber unser Produkt in seiner Merkliste gespeichert und würde es direkt darüber bestellen. Dennoch berechnet uns eBay aber jedes Mal, und das wie gesagt schon seit Monaten, die Anzeigengebühr. Wie kann das sein? Aber klar, das kann der HB natürlich nicht beantworten, darum geht es auch nicht. Wenn ich es nun richtig verstehe wird ab sofort die Anzeigengebühr für bis zu 30 Tage berechnet, egal welcher Kunde auf eine Anzeige egal welchen unserer Produkte klickt. Mal angenommen: - Kunde A klickt auf eine Anzeige für Produkt X, kauft aber nichts. - Kunde B kommt 28 Tage später direkt über die herkömmliche Suchfunktion auf unser Produkt Z, aber ausdrücklich nicht über eine Anzeige, und kauft dieses Produkt. Wird uns dann in einem solchen Fall auch die Anzeigengebühr berechnet? So verstehe ich den Artikel zumindest.
ralf
24.01.2025

Antworten

Wir haben bei Ebay nur die Basisanzeigen. Wir werden Aufgrund dieses Berichtes jegliche Anzeigenwerbung einstellen. "Von der Änderung verspricht sich Ebay eine einfachere Berichterstattung und bessere Kontrolle über die Ausgaben". ..... Häh? kann man da nur sagen. Ebay meint hier eine bessere Kontrolle und mehr von deren Einnahmen. Warum habt ihr da mal nicht nachgehakt bei ebay, denn dass hätte ich gerne konkretisiert gehabt. Basisanzeigen haben wir deswegen genutzt, weil man hier nix analysieren musste. Kein Klick, kein Kauf, keine Kosten. Jetzt mehr Kosten und ich soll mehr analysieren? Für so einen Quatsch haben wir keine Zeit. Was denkt sich Ebay bei der Sache? Dass wir Händler doof sind?
Redaktion
24.01.2025
Hallo Ralf,
wir haben nachgehakt. Das oben stehende war die Antwort.
Gruß, die Redaktion
K.I
24.01.2025

Antworten

Meinung: - Ebay verspricht sich eine einfachere Berichterstattung und bessere Kontrolle über die Ausgaben - Das halten wir für eine Gerücht! Ebay erhöht für Basis-Anzeigen die Werbekosten der Händler. Die Premium Anzeigen werden im Gegenzug in den obersten Anzeigenposition innerhalb der Suchergebnisse angezeigt und erhalten somit auch mehr Klicks die der Händler bezahlen muss. Die Werbeeinnahmen für Ebay werden dadurch drastisch erhöht! Insgesamt denkt Ebay nur an die Einnahmen und verärgert / vertreibt seine restlichen Händler. Fazit: Temu steht bereit auch die Ebay Händler herzlich willkommen zu heißen!
Markus
24.01.2025

Antworten

Ebay steht offenbar mit dem Rücken zur Wand. Man versucht dort seit ca. 2 Jahren, die Kostenschraube durch einen Quasi-Werbezwang nach oben zu drehen, um trotz rückläufigem Geschäft die Gewinne zu halten. Dies geschah in mehreren Wellen - stets sank zunächst der Umsatz binnen weniger Wochen rapide - gefolgt vom Anruf eines "Werbespezialisten", der als "Ausweg" die Nutzung der Anzeigenoptionen anbot. Das funktionierte dann einige Monate (mit entsprechend erhöhten Kosten), um dann in die nächste Schleife zu gehen. Mittlerweile liegen die Kosten in D bei >20%, auf .com bei >30% (dynamische Anzeigenbepreisung - selbst diese extrem teure Version fängt nun an zu schwächeln). Als nächstes hat ebay tel. angekündigt, die Untergrenze für Basisanzeigen auf 5% zu erhöhen. Nun kommt also zusätzlich eine quasi vollständige Berechnung von Anzeigen für alle Verkäufe. Ebay schafft sich mit dieser völlig ausufernden Preisgestaltung selbst ab. Gier frisst Hirn.
HB
24.01.2025

Antworten

Bei EBay werden seit November 2024 Verkäufe ohnehin zu 90 % nur noch über Basis-Anzeigen abgerechnet, nach der Änderung sind es eben 99 %. Die sind anscheinend erst zufrieden wenn sie sich den gesamten Händlerumsatz in die Tasche stecken können. EBay wird noch weiter in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Für mich ist dieser Marktplatz nur noch etwas, was man nebenbei laufenlassen kann, der Umsatz stetig sinkend